Leere Ausbildungsstellen 2015

Freie Ausbildungsplätze 2015

Komplette Hörsäle - leere Werkbänke: Studium hat Vorrang vor Ausbildung. Der Nachwuchs macht den Ausbildungsbetrieben Sorgen. Haben Sie alle Ausbildungsplätze im Jahr 2015 besetzen können? Ebenso ist ihnen ohnehin nur noch der Dampf ausgegangen (bis zum ersten, wenn sie offene Ausbildungsplätze haben; und zwar jung.

Flüchtlingskinder haben es schwer, eine Ausbildung zu bekommen.

In Sachsen sind nur noch zwölf PCA-Auszubildende übriggeblieben

Laut ABDA-Statistik haben deutsche Pharmaunternehmen im Jahr 2014 600 Jugendliche weniger geschult als im Jahr 2012 (8157 vs. 7556). Auch die Zahl der Apotheker im Praxissemester blieb fast konstant (2012: 1462; 2014: 1467), die der PTA im Praxissemester ging ebenfalls zurück, allerdings weniger stark (2012: 2415; 2014: 2365). In Sachsen wurden im Jahr 2015 nur zwölf PKA-Ausbildungsverträge geschlossen, verglichen mit 93 im Jahr 1996, was eine akute Gefahr für die PKA-Ausbildung in Sachsen darstellt.

Dies verweist der Hauptgeschäftsführer der Sächsischen Apothekerkammer (SLAK), Dr. Frank Bendas, in seinem Leitartikel zum vorliegenden Kammer-Informationsblatt. Im Gegensatz zuPTAs, die zwei Jahre an einer Berufsfachschule studieren und dann ein sechsmonatiges Apothekenpraktikum machen, werden PCAs doppelt, d.h. gleichzeitig im Unternehmen und in der Berufsfachschule erlernt. Dies ist in Sachsen nur an einer einzelnen Berufsfachschule, dem BSZ für Gesundheit und Soziales in Dresden, möglich.

Aufgrund der geringen Zahl von Ausbildungsverträgen werden aber auch hier die erforderlichen Stärken nicht mehr erlangt. Das PCA-Training ist nur dank einer Ausnahmeregelung möglich. Dies sei bisher immer gelungen, aber dies sei in absehbarer Zeit nicht mehr zwangsläufig garantiert, so Bendas. Sollte die Freistellung nicht mehr gewährt werden, würde dies das Ende der PKA-Ausbildung in Sachsen bedeuten.

Ein Grund, warum Pharmazeuten nicht so sehr an der Ausbildung von PCA interessiert sind, ist ihr begrenzter Einsatz in Apotheken, zum Beispiel weil sie keine Medikamente ausgeben dürfen. Es ist verständlich, dass die Plenartagung zurückhaltend ist, fährt Bendas fort. Es ist möglich, dass Pharmazeuten bald weitere Tätigkeiten an nicht-pharmazeutisches Fachpersonal (PCA) delegieren müssen, fährt er fort.

Benda geht jedoch davon aus, dass eine Wiederaufnahme der Schulung nur mit viel Mühe möglich ist. Es bleibt nur noch, PCAs aus anderen Ländern nach Sachsen zu holen. Die Entscheidung, wie gut sie sein werden, bleibt seinen Mitarbeitern überlassen. Der SLAK ruft daher die Pharmazeuten auf, den PCA-Beruf in ihre Aktionen und Konzepte zur Förderung junger Pharmazeuten einbeziehen.

In Anbetracht der oben beschriebenen Hintergründe kann es für manche Menschen Sinn machen, PCAs zu trainieren und so zur Sicherung des Standortes der Pharmazie beitragen.

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