Kirchenrecht

kanonisches Recht

Die kirchliche Praxis wird durch den Codex Iuris Canonici (CIC) geregelt. Auf der Website des Fachbereichs Kirchenrecht der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen. Herzlich willkommen am Lehrstuhl für Kirchen- und Landeskirchenrecht! Das kanonische Recht und die Grundlage zwischen Rechtsstaatlichkeit und Religionsgemeinschaften.

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Das kanonische Recht ist das selbst auferlegte Recht der religiösen Gemeinschaften. Im Unterschied zum Kirchenrecht ist dies - aus Sicht der Glaubensgemeinschaft - ein ausländisches Recht und reguliert das Rechtsverhältnis zwischen der Glaubensgemeinschaft und dem Staat. 2. Dementsprechend ist das Staatskirchengesetz entgegen dem Text nicht auf die Kirche begrenzt, sondern gilt für alle religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften im Rahmen des Staatskirchenrechts.

Das Kirchenrecht und das Landeskirchenrecht umfassen Verträge zwischen Staatskirchen (Konkordate oder Kirchenverträge) oder ähnliche Abkommen mit anderen Glaubensgemeinschaften. Westliches Kirchenrecht geht auf schulische Überlieferungen zurück (insbesondere Gratian und auch Thomas von Aquin). Das katholische Recht hat in der Vergangenheit viele Jahre lang als Vorbild für das Staatsrecht gedient. Dass das kanonische Recht lange Zeit eine große Rolle spielte, liegt vor allem daran, dass bis in die Moderne das Persönlichkeitsprinzip in der Rechtswissenschaft vorherrschte und erst allmählich durch das Territorialitätsprinzip ersetzt wurde.

Dementsprechend waren die Geistlichen dem Kirchenrecht unterworfen, so dass ein Rechtsanwalt, sobald er sich mit Rechtsstreitigkeiten befassen musste, an denen auch Geistliche beteiligt sein konnten, was häufig der Fall war. Die rechtliche Qualität des kanonischen Rechts ist kontrovers. In der dualistischen Lehre des kanonischen Rechts, die von Johannes Heckel geprägt ist, wird das kirchliche und das weltliche Recht als verschieden betrachtet.

In der herrschenden monistischen Lehre des kanonischen Rechts, die vor allem von Hans Dombois repräsentiert wurde, gibt es jedoch keinen solchen Gegensatz, sondern in beiden Faellen bindende Standards mit Anspruch auf Gültigkeit. In ihrem tradierten Selbsterkenntnis der apostolischen Nachfolge, also der Durchgängigkeit bis hin zum ersten päpstlichen und römischen Bischoff, ist die Römische Katholische Kirche berechtigt: "Du bist Peter, und auf diesem Fels werde ich meine Gemeinschaft aufbauen" (Mt 16,18).

Für die römisch-katholische Kirche ist also die Kirchenidentität vor allem rechtliche Kontinuität, das Kirchenrecht ist für sie konstituierend. Daher erhebt sich für sie die Fragestellung nach dem Bezug der Institutionenkirche zur Gemeinde als Heiligengemeinschaft im Sinn des dritten Glaubensartikel, dem Mystikkörper Christi (ecclesia invisibilis, "unsichtbare Kirche"), nur in einer sehr geschwächten Ausprägung.

Nicht nur menschgemachte, sondern auch direkt bindende, unveränderliche göttliche Gesetze (ius divinum) sind in der kirchlichen Praxis bekannt. Vom katholischen Standpunkt aus scheint es widersprüchlich, die Rechtfertigung des kanonischen Rechts mit dem Hinweis auf die Hl. Schriften zu leugnen: Was zum kanonischen Schrifttum zählt, wird von der kirchlichen Rechtskraft der Heiligsprechung definiert[1]. Im Zweiten Vatikanischen Konzil wird auch die Gemeinde als das Gottesvolk angesehen, in dem daher ein allgemeines Priesteramt aller Glaubenden herrscht, unter denen es eine grundlegende Gleichberechtigung gibt: alle nehmen am Verkündigungs-, Heiligsprechungs- und Führungsdienst teil (communio fidelium).

Sowohl kommunio fidelium als auch kommunio hierarchica sind miteinander verbunden und nehmen die eine Mission der Gemeinde wahr. Da es sich bei dieser kirchlichen Gemeinschaft um eine organische und synodale Realität handelt, die auch eine Rechtsform erfordert, ist das Kirchenrecht nach dem Konziliar nicht nur theoretisch fundiert, sondern auch vonnöten. Kanonisches Recht ist das Kirchenrecht der Römisch-Katolischen Kirchen des Römischen Reiches und der Ostkatholischen Kirchen.

Sie reguliert die inneren Belange der Kirchengemeinschaft und schafft für viele Gebiete eine eigene Rechtsprechung. Das Sammeln und Kodifizieren des kanonischen Rechts beginnt im Hochmittelalter und führt zur Erfassung des Korpus Iuris Canonici, der das endgültige Rechtsbuch der römisch-katholischen Kirchen ist. Im Jahre 1917 erscheint der revidierte Codex Iuris Canonici zum ersten Mal für die römische Landeskirche, der 1983 unter dem Einfluß des Zweiten Vatikanischen Konzils vollständig revidiert wurde.

Der Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium wurde 1990 für die katholische Ostkirche herausgegeben. Durch das katholische Kirchenrecht wurde die Weiterentwicklung des Verfahrensrechts, insbesondere des Strafverfahrens, gefördert. Das katholische Ehegesetz schränkt die Ehe unter Angehörigen ein und begründet die wechselseitige treuhänderische Pflicht. Mit der Reformationsbewegung haben sich die protestantischen Gemeinden in Deutschland von der rechtlichen Kontinuität des Kirchenrechtes befreit und auf der Grundlage der konfessionellen Schriften (und auch des souveränen Kirchenregiments) ein eigenes Positivrecht geschaffen: die sogenannten kirchlichen Ordnungen.

Daraus ergab sich der Drang, sich doch als (!) (weltweite, alle Christinnen und Christen übergreifende ) Gemeinde begreifen zu können. Das Konfessio Augustana (CA) und sein Artikel 7 begreift die "Kirche" als "eine Zusammenkunft aller Glaubenden, in der das Evangelium pur verkündet wird und die Heiligsakramente nach dem Evangelium gespendet werden".

"Aber sie sind konstant geblieben in der Belehrung der Gesandten und in der Gemeinde, im Brechen des Brotes und im Gebete. "Deshalb hat das Kirchenrecht neben diesem kirchlichen Konzept (Bibel - Zusammensein - Brot brechen - Beten) keine mit der Katholikenkirche zu vergleichende Bedeutung:"(....) es ist für die wahre Einigkeit der Christenkirche nicht notwendig, dass an allen Orten die vom Volk eingeführten Feierlichkeiten befolgt werden" (Art. 7 ZK).

Auch in der Praxis des kirchlichen Kampfes des Dritten Reichs wurde diese Auffassung dadurch überholt, dass die Notwenigkeit staatlich eigenständiger kirchlicher Ordnungen anerkennt wurde ( "Barmer Theorieerklärung ") - der Gemeinde als Gemeinde ist es gleichgültig, wer ihre Rechtsstrukturen richtet (Nr. 3: "Wir lehnen die Falschlehre ab, als ob die kirchliche Ordnung ihrem Willen oder dem Wandel der vorherrschenden ideologischen und politschen Überzeugungen unterworfen werden könnte").

"Nr. 4: "Wir lehnen die falschen Lehren ab, dass die Gemeinde, abgesehen von diesem Gottesdienst, sich selbst schenken kann und darf und spezielle Leiter mit Autoritätsbefugnissen erhält"). Das Kirchenrecht hat jedoch keine kirchliche Legitimation in der protestantischen Landeskirche erreicht. Der Rechtsbegriff hat in den östlichen Gemeinden eine viel kleinere Funktion als in den abendländischen.

Kanonisches Recht umfasst im Grunde genommen eine kleine Anzahl formulierter Vorschriften und eine große Anzahl von Gepflogenheiten, die in einigen Staaten und manchmal sehr unterschiedlich bis hin zur De-facto-Anarchie und zu Ungunsten von Recht und Ordnung sind. Infolge der Glaubensfreiheit und der Loslösung von Staat und Religion ist das Recht der Glaubensgemeinschaften in Deutschland, ihre inneren Dinge selbst zu bestimmen, im Grundgesetz festgeschrieben (Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 137 Absatz 3 WRV - Kirchenrecht der Selbstbestimmung).

Wenn die betreffende Glaubensgemeinschaft den Rang einer öffentlichen Kapitalgesellschaft hat (Gesellschaftsform), dann ist ihr innerstaatliches Kirchenrecht öffentlich-rechtlich. Der Verfassungsgerichtshof hat immer wieder festgestellt, dass die Gesetzgebungskompetenz von Glaubensgemeinschaften nicht vom Land herrührt oder übertragen wird, sondern originell ist. Die katholische Religion (oder tatsächlich die lateinische Kirche), das Kirchenrecht, kennt das Gesetz Gottes (ius divinum, Normen der göttlichen Autorität)[3] und das reine Kirchenrecht (ius humanum, ius bloße churchiasticum, von den kirchlichen Behörden verordnet oder sanktioniert).

Im ius divinum wird weiter zwischen ius divinum positivum (enthalten in der Enthüllung, insbesondere hinsichtlich der hierarchischen Ordnung der Kirche) und ius divinum natale (verständlich aus der Menschennatur ohne Offenbarung) differenziert. Rechtliche Quellen des Kirchenrechts sind Gesetze und Bräuche. Der mit Rom vereinte Osten hat einen eigenen Kirchenkanon, den Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, der sich von der romanischen abhebt.

Jh. eine eigene kirchliche juristische Sammlung, die sich in Exemplaren in ganz Westeuropa verbreitet hat. Die Kanoniker, d.h. die Entscheidungen der ökumenischen Räte und einige Aussagen der Väter, sind in der rechtgläubigen Gemeinde der Kern des Kirchenrechts. Im kanonischen Recht wird zunächst die innere Struktur und Ordnung der Ordensgemeinschaft (Mitgliedschaft, Pfarreien, Leitungsorgane), d.h. ihre Satzung, geregelt.

Hierauf aufbauend können Kirchengesetze und Kirchenverordnungen erlassen werden, die eine Vielzahl von Fragen behandeln, wie z.B. die liturgische und gottesdienstliche Tagesordnung ("agenda"), Opfer (life orders), Vermögensmanagement und Steuerwesen, Glocken, Orgeln und Bau, Servicerecht und mehr. Ein besonderes Merkmal des römisch-katholischen Kirchenrechtes ist das Ehegesetz, einschließlich der geistlichen Ehegerichte, das die protestantische Landeskirche nicht weiß.

Andererseits haben die meisten protestantischen Gemeinden ihre eigene Verwaltungs- und Disziplinarhoheit. Vor allem das Kirchenarbeitsrecht ist für viele Mitarbeiter der Caritas und der Diakonie von großer Praxisrelevanz (Dritter Weg). Stefan Haering, Heribert Schmitz (Hrsg.): Fachliteraturverzeichnis. Herder, Freiburg (Breisgau) et al. 2004, ISBN 3-451-28522-3, Ilona Riedel-Spangenberger, Axel Fréiherr von Campenhausen, Reinhold Sebott: Wörterbuch für Kirch- und Ständerecht.

Paderborn 2000-2004, ISBN 3-506-75140-9 Heinrich de Wall, Stefan Muckel: Kirchenrecht, Ein Lehrbuch. Beck-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-406-54304-3 Joseph Listl, Heribert Schmitz, H. Müller (Hrsg.): Handbuch für katholische Kirchenrechte. Richard Puza: Das katholische Kirchenrecht (= Uni-Taschenbücher 1395). Müller, Heidelberg und andere 1993, ISBN 3-8252-1395-1. Ulrich Rhode: Kirchenrecht. Hans-Ulrich Anke, Heinrich de Wall, Hans Michael Heinig (Hrsg.): Handbook of Protestant Canon Law.

Siebeck, Tübingen 2016, ISBN 978-3-16-154606-8 Martin Honecker: Rev. Wandenhoeck & Rauprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-87123-2. Albert Stein: Ref. Luchterhand, Neuwied et al. 1985, ISBN 3-472-52516-9 Peter Landau: Grundzüge und Entstehungsgeschichte des protestantischen Kirchenrechtes und des Landeskirchenrechtes. Landeskirchenrecht der BRD. Einleitung mit geistlichen Kursen.

Othmar Heggelbacher: Frühchristliches Kirchenrecht - Mohr Siebeck, Tübingen 2016, ISBN 978-3-16-154468-2. Universitätverlag, Fribourg (Switzerland) 1974, ISBN 3-7278-0103-4 Gerhard Rau (ed.): On the History of Canon Law (= The Law of the Church, vol. 2). Güt sloher Verlagshaus, Gütersloh 1995, ISBN 3-579-02019-6 Philipp Thull (Hrsg.): 60 Portraits aus dem Kirchenrecht.

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