Kindergeld Zweitstudium

Erziehungsgeld für den zweiten Grad

Gesundheitsschädlich für Kindergeld zweiten Grades: Unter bestimmten Voraussetzungen wird das Kindergeld auch für einen Zweit- oder Masterstudiengang weitergezahlt. Spezialausgaben ist ein (preiswerter) Zweitstudium möglich. Dabei kommt es darauf an, ob der Master-Abschluss als erster oder zweiter Abschluss angesehen wird.

Kinderzulage für Zweitstudium/Masterstudiengang - Anforderungen

Auch nach Vollendung des achtzehnten Lebensjahres können Kindergeld erhalten. Damit kann der Anspruch auf Kindergeld für ein erwachsenes Mitglied auf höchstens das vollendete Alter von fünfundzwanzig Jahren verlängert werden. Allerdings muss immer zwischen Erst- und Zweitstudium differenziert werden.

Für ein Zweitstudium sind die Anforderungen an das Kindergeld höher als für ein Vordiplom. Damit kann der Anspruch auf Kindergeld für ein Zweitstudium entfallen, wenn das betreffende Mitglied während des Zweitstudiums viele Teilzeitarbeitsstunden leistet. Dieses Risiko existiert jedoch noch nicht in erster Linie. Beginnt das Kind zum ersten Mal nach dem Abitur eine Lehre und hat es zuvor keine andere Ausbildung absolviert, wird dies als erstes Fachstudium bezeichnet.

Im Falle eines Erststudiums bekommen die Kindergeld, solange das Studentenkind unter dem Alter von 30 Jahren ist. Für den Bezug von Kindergeld für den ersten Grad müssen keine weiteren Bedingungen vorliegen. Nach der neuen Gesetzeslage spielen die Einkünfte des ersten Grades keine Bedeutung mehr für den weiteren Anspruch auf Kindergeld.

So können sie mit Kindergeld für jeden im ersten Studienjahr rechnen, solange das betreffende Mitglied noch nicht einmal volljährig ist. Für das Ende des Anspruchs auf Kindergeld ist das Datum maßgebend, an dem die Ergebnisse der Abschlussuntersuchung und nicht das Datum der letzten Untersuchung vorlagen.

Dabei hatten die Erziehungsberechtigten eine Schülerin verklagt, die sechs Monaten auf die Verkündung der Noten nach Vorlage ihrer Dissertation wartete. Der Familienfonds hatte nach Vorlage der Abschlussarbeit das Kindergeld gestrichen. Allerdings urteilte das Landgericht zugunsten der Antragsteller, dass sie bis zur Verkündung des Prüfungsergebnisses noch Anspruch auf Kindergeld hätten, da ihr Studienabschluss erst nach Bekanntwerden des Prüfungsergebnisses erfolgt sei.

Falls das Kind bereits einen Studiengang oder eine Berufsausbildung absolviert hat und dann ein anderes Studienfach antritt, ist dies ein zweiter Studiengang. Das wäre z.B. der Fall, wenn ein Medizinstudent nach dem Schulabschluss zunächst eine Krankenschwesterausbildung machen und erst dann Medizin studieren würde. Für den Bezug von Kindergeld ist die Trennung zwischen erster und zweiter Stufe von Bedeutung, da für den Bezug von Kindergeld im zweiten Grad verschärfte Bedingungen bestehen.

Der Anspruch der Erziehungsberechtigten auf Kindergeld während eines zweiten Grades verfällt, wenn das betreffende Mitglied während dieses Zeitraums mehr als 20 Wochenstunden erwerbstätig ist. Beispielsweise wird das Kindergeld für ein Zweitstudium ungeachtet der Zahl der Arbeitsstunden pro Woche weiter gezahlt, wenn der Studierende eine Teilzeitbeschäftigung hat. Ebenfalls sind alle Aktivitäten im Zusammenhang mit einem Ausbildungsdienstverhältnis für den Anspruch auf Kindergeld für einen zweiten Grad unbedenklich.

Diese Vorschrift gilt z.B. für das Rechtsreferendariat für eine Lehrerausbildung. Wenn der Schüler zum Beispiel mehr als 20 Wochenstunden für einen befristeten Zeitraum von höchstens zwei Monate verbringt, kann der Anspruch auf Kindergeld im zweiten Studienzyklus fortgesetzt werden. Vorraussetzung ist jedoch, dass der Schüler im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 20 Wochenstunden hat.

Beim Kindergeld wird nun die Fragestellung gestellt, ob der Master-Studiengang nach einem Bachelor-Studium noch als Teil des ersten Studiengangs oder bereits als neuer zweiter Studiengang zu klassifizieren ist. Lange Zeit ging die Steuerbehörde davon aus, dass ein Master-Abschluss nach Abschluss eines Bachelor-Abschlusses in der Regel als neuer Abschluss und damit als zweiter Abschluss zu betrachten ist.

Dies würde dazu führen, dass ein Elternteil, der während eines Master-Studiums mehr als 20 Wochenstunden arbeitet, kein Kindergeld mehr aus dem Familienfonds erhält. Ein Master-Studiengang im Anschluß an einen Bachelor-Studiengang wird nach derzeitiger Rechtsprechung als Fortsetzung des ersten Studiengangs angesehen, wenn der Master-Studiengang in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht eng mit dem bisherigen Bachelor-Studiengang verbunden ist und auf dem Inhalt des bisherigen Bachelor-Studiengangs als sogenannter konsekutiver Master-Studiengang aufsetzt.

Infolgedessen wird das Kindergeld während des Master-Studiums weiter an die Erziehungsberechtigten gezahlt, wenn das betreffende Mitglied neben dem Master-Studium eine mehr als 20 -stündige Erwerbsarbeit ausübt. Kürzlich hat der BFH ( "Urteil vom 30. Juni 2015 in der Rechtssache VI R 9/15", erschienen am 17. Oktober 2015) beschlossen, dass ein Studierender, der nach seinem Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre noch einen Master-Abschluss im gleichen Studium hat, sich noch in einem Erststudiengang befindet.

So hatte die Studentin zwar mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet, hatte aber während des Studiums Anspruch auf Kindergeld.

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