Handwerk Ausbildung 2016

Kunsthandwerk 2016

Berufsausbildung und Beschäftigung im Handwerk. Bericht zur Berufsbildung: Ausbildung im Handwerk auf dem Vormarsch Im Jahr 2016 wird die Anzahl der neuen Lehrverträge im Handwerk leicht steigen. Und auch die Eingliederung der Flüchtlinge verläuft gut. Hans Peter Wollseifer, Bundespräsident des ZDH, zum Ausbildungsbericht 2017: "Im Jahr 2016 wurden im Handwerk fast 142.000 neue Lehrverträge geschlossen.

Damit ist die Anzahl der Neuverträge im zweiten Jahr in Folge leicht angestiegen - gegen den allgemeinen Trend.

Die Aus- und Fortbildung im Handwerk ist für Jugendliche eine ausgezeichnete Karrieremöglichkeit. Die Eingliederung junger Flüchtlinge in den Bildungsmarkt ist nach wie vor eine der zentralen Herausforderungen. Die Handwerksberufe sind in Sachen Eingliederung gut aufgestellt: Bis 2016 waren fast 4.600 Jugendliche aus den acht wichtigsten Asylländern ("Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien") bereits in Ausbildung.

Mehrere zehntausend weitere Nachwuchskräfte mit Berufsperspektive absolvieren Praktika, Berufsorientierung oder Ausbildungsvorbereitungskurse. Die anhaltend hohen unbesetzten Ausbildungsplätze sind ein Anreiz zur Verstärkung der Berufsausbildung. Rund 13.000 Ausbildungsplätze konnten im vergangenen Jahr allein im Handwerk nicht vergeben werden. Die geförderte Ausbildung ist auch ein Mittel, um förderungsbedürftige Menschen und ihre Ausbildungsfirmen einzeln und bedarfsorientiert zu unterstützen.

"Im vorliegenden Berufsbildungsbericht wird die Ausbildungsmarktentwicklung für das Jahr 2016 gut beurteil. Mit der dualen Ausbildung wird den Jugendlichen ein hoher Grad an Arbeitsfähigkeit geboten und gleichzeitig hoch qualifizierter Nachwuchs für die Volkswirtschaft gesichert. Die Anzahl der Neuverträge bleibt in Summe konstant. Im Jahr 2016 wurden 520.300 neue Verträge abgeschlossen (-1.800 oder -0,4%).

Die Abnahme betrifft beinahe ausschliesslich externe Ausbildungsstellen. Dagegen ist die Anzahl der Verträge mit 502.800 (-500 bzw. -0,1%) gegenüber dem Vorjahreszeitraum annähernd konstant geblieben. Mit 141.769 neuen Ausbildungsverträgen wurden im Handwerk 257 (+0,2%) mehr als im Jahr 2015 verzeichnet, womit die Anzahl der Neuverträge im Handwerk das zweite Jahr in Folge zunimmt ((ebenfalls +0,2% im Jahr 2015).

Im Jahr 2016 wurden der BA 517.789 Betriebsstellen mitgeteilt, davon wurden 122.731 aus dem Handwerk angemeldet, 3.465 (+2,9%) mehr als im Jahr zuvor. Die Lehrstellenbesetzung stellt jedoch weiterhin eine große Belastung für die Unternehmen dar: Zum Bilanzstichtag 30. September 2016 waren 43.500 Lehrstellen vakant. Zum neunten Mal in Folge gab es damit zum Ende des Consulting-Jahres einen Überschuss an Arbeitsplätzen.

Nach BA-Angaben waren zum 30. September 2016 rund 15.000 Ausbildungsplätze im Handwerk vakant. Mit 9,4 Prozent ist der Leerstand an der Gesamtzahl der Ausbildungsplätze im Handwerk damit signifikant höher als in der Volkswirtschaft (8 Prozent). Von den 10 Ausbildungsberufen mit großen Schwierigkeiten bei der Besetzung von Positionen kommen 7 aus dem Handwerk.

Ausbildungsplätze im Lebensmittelhandel (Fleischer 33% unbesetzt, Fachhändler im Lebensmittelhandel 33%, Backwaren 24%), aber auch Installateure (26%), Beton- und Stahlbetonbauunternehmen (23%), Gerüstbauunternehmen (23%) und Gebäudereiniger (21,8%) sind schwierig zu vergeben. Ein weiteres Problem ist der leichte Rückgang der betrieblichen Ausbildungsquote, der vor allem auf die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Klein- und Kleinstunternehmen zurückzuführen ist.

Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Bereitschaft der Unternehmen zur Ausbildung geringer ist. Wenn ein kleiner Betrieb, der nur einen Lehrplatz anbietet, diesen nicht ausfüllen kann, wirkt sich dies negativ auf die Ausbildungsplatzquote aus. Andererseits bleibt ein großer Betrieb, der beispielsweise nicht nur einen von mehreren Lehrstellen ausfüllen kann, in der Bilanz stehen.

Zu beachten ist auch, dass der Anteil der Ausbildungsbetriebe auch Unternehmen ohne Ausbildungsanspruch mit einbezieht. Im Berufsbildungsreport wird die Tätigkeit der Allianz für Berufsbildung als gut erachtet. Nicht zuletzt dank des großen Einsatzes der Handelsorganisation konnte das Angebot an Ausbildungsplätzen deutlich ausgebaut werden. Mit dem ZDH wurde ein gemeinschaftliches Vermittlungskonzept für die Platzierung und Nachbereitung von Jugendlichen in der Ausbildung entwickelt.

Es wurde das neue Instrument der geförderten Ausbildung zur Förderung von Jugendlichen mit geringen Einstiegschancen und Unternehmen in der Ausbildung eingerichtet und der Zugang zur Ausbildungsförderung erleichtert. Dadurch haben sich die Möglichkeiten für junge Menschen, die ihre Ausbildung abschließen wollen, erhöht. In dem Bericht über die Berufsbildung wird das Bekenntnis der Industrie zur Eingliederung der Flüchtlinge in die Ausbildung begrüßt.

Auf der handwerklichen Seite sind die einschlägigen Förderinstrumente willkommen. Die BA, das ZDH und das BMBF haben außerdem zusammen die Aktion "Wege zur Ausbildung von Flüchtlingen" ins Leben gerufen, die die Einbindung von Flüchtling in die Berufsausbildung im Handwerk fördert.

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