Gute Ausbildungsvergütung

Eine gute Ausbildungsvergütung

In Deutschland absolvieren viele Menschen im Laufe ihres Lebens eine Berufsausbildung. Gutes Training für ALLE. - GRÜNE JUGEND Die Mehrheit der Menschen hat lange Zeit eine Lehre absolviert, erst seit kurzer Zeit gibt es - etwas weniger - mehr Studenten als Azubis. Die berufliche Bildung in Deutschland ist traditionsgemäß als Doppelausbildung aufgebaut. Ein Teil der Schulung erfolgt unmittelbar im Unternehmen, der andere in den berufsbildenden Schulen.

Zugleich gibt es auch so genannten Vollschullehrgänge, die ausschliesslich in der beruflichen Schule oder in Berufen durchgeführt werden, für die beide Ausbildungsgänge bestehen.

Wesentlichste Rechtsgrundlage für die doppelte Berufsbildung ist das Berufsausbildungsgesetz (BBiG), das alle Kernfragen der Berufsbildung regelt. Die BBIG bildet den Bezugsrahmen für die berufliche Bildung, von der Aufnahme von Ausbildungszentren über die Rechte der Praktikanten bis hin zur Teilnahme der Sozialpartner. Zugleich bleibt immer mehr Jugendliche ohne Lehre in ihrem gewünschten Beruf oder gar ganz ohne Lehre.

Vor allem in Ausbildungsberufen mit geringer Entlohnung, vielen Mehrarbeitsstunden und oft ungünstigen Beschäftigungsverhältnissen sind viele Arbeitsplätze noch nicht besetzt. Für die Befriedigung der Lehrlinge mit ihrer Berufsausbildung und im Unternehmen sind die Ausbildungsverhältnisse ein zentrales Kriterium.

Nach dem Ausbildungsbericht der Jugend des DGB sind 38,1% der Lehrlinge regelmaessig von Ueberstunden befallen, besonders Lehrlinge in der Hotellerie und Gastronomie sowie Fachverkaeufer im Lebensmittelhandel. Der Rahmenplan für die Ausbildung sieht nämlich vor, wann die Lernenden was erfahren sollen, so dass Mehrarbeit für das Lern-Verhältnis nicht von Nutzen ist, sondern nur für die Betrieb. Wir als GREEN YOUTH rufen deshalb dazu auf, das Beschäftigungsverbot für Praktikanten über die tarifliche wöchentliche Arbeitszeit hinaus zu konkretisieren.

Ist es ausnahmsweise nicht möglich, in Ausnahmefällen rechtzeitig freizugeben, verlangen wir eine Überstundengutschrift von 1,5 Std. Die Wochenend- und Schichtarbeit für Praktikanten darf nur dann erlaubt sein, wenn sie für die Lehre der Lehrinhalte zwingend notwendig ist, besonders vergütet werden muss und sich nicht anhäufen darf. Als GREEN YOUTH sagt man: In einer Gemeinschaft sollte man für das Wohnen und nicht für das Wohnen sorgen, nicht für das Wirken!

Deshalb plädieren wir für eine Verkürzung der Regelarbeitszeit, vor allem für Praktikanten, auf 30 Wochenstunden mit Volllohnausgleich und einer Anhebung der Urlaubsansprüche für Praktikanten. Es ist auch zwingend erforderlich, dass alle berufsbildenden Schulzeiten für alle Lehrlinge - und nicht nur für minderjährige Lehrlinge - einschließlich Reise- und Pausenzeiten in vollen Umfang auf die Arbeitszeiten anrechnen werden.

Berufsfachschule ist ein zentrales Element der Doppelausbildung. Deshalb verlangen wir in erster Linie, dass die Lernenden selbst bestimmen, welche Berufsfachschule sie absolvieren wollen. Es muss auf Antrag des Schülers auch möglich sein, von der obligatorischen Berufsausbildung befreit zu werden und somit selbstständig zu erlernen. Sie können in Eigenverantwortung erlernen oder eine andere Bildungsinstitution aufsuchen, die sie zur Prüfungsvorbereitung für nützlich halten.

Berufsbildende höhere Schule sollte - wie andere auch - demokratisch gestaltet werden, um die Mitsprache der Schüler zu festigen! Darüber hinaus verlangen wir vor und während aller Prüfungen einen kostenpflichtigen Sondersurlaub. Neben der Arbeitszeiten sind die Ausbildungsvergütungen ein weiteres zentrales Thema: Die Vergütungshöhe ist zwischen den einzelnen Berufen und zum Teil auch innerhalb der Sektoren sehr unterschiedlich und sorgt vielerorts nicht für die Existenz des Unternehmens.

Deshalb verlangen wir eine Mindestausbildungszulage zur Deckung der Lebenshaltungskosten, die für alle Ausbildungsgänge und auch für die Ausbildung im schulischen und außerbetrieblichen Bereich ausgezahlt wird und durch Abgaben bezahlt wird. Auch die Schulbildung muss von allen Kosten freigestellt werden. Wir verlangen auf Dauer eine Entlohnung, die über die Sicherung des Lebensunterhalts hinausgeht und ein existenzsicherndes Wohnen ermöglich. Die Beantragung der Ausbildungsvergütung muss bis dahin möglich bleiben, indem der Hoechstsatz zwingend auf den Bafög-Höchstsatz angehoben und das Antragsverfahren deutlich erleichtert werden muss, um die Auszubildenden nicht vor zusätzlichen Hindernissen zu setzen.

Außerdem verlangen wir die Entkoppelung vom Elterneinkommen. Azubis mit Kindern sollten sich für einen höheren Tarif bewerben können. Die Auszubildenden müssen auch nach dem Wegfall oder der Änderung ihres Arbeitsplatzes genügend finanzielle Mittel zum Auskommen haben. Gegenwärtig haben sie jedoch weder Anspruch auf Instandhaltung noch auf öffentliche Förderung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Betriebe nach Beendigung des Lehrverhältnisses Schadenersatzansprüche geltend machen, die die Auszubildenden zur (teilweisen) Rückzahlung ihrer Bezüge drängen.

Die meisten Gerichtshöfe halten solche Behauptungen zwar für nichtig, doch besteht zunächst eine große Unsicherheit bei den Azubis. Die Azubis müssen auch hier in ihren Rechten gefestigt werden und sich ihrer Rechte bewusst sein. Auch bei Preisnachlässen wird die Gleichwertigkeit von Praktikanten und Studenten gefordert. Das betrifft sowohl die kulturellen Aktivitäten als auch die Beweglichkeit.

Azubis haben keinen Anspruch auf Fahrkartenabonnements für den ÖPNV und sind in der Regel auf die Leistungen ihres Unternehmens abhängig. Außerdem müssen die Praktikanten jeden Tag zur Arbeitsstätte oder zur Universität reisen. Aus diesem Grund verlangen wir für alle Praktikanten Länderkarten. Darüber hinaus verlangen wir, dass alle Ermäßigungen und Vorteile im Rahmen der Kultur- und Politikpädagogik (Museen, Seminarien, Sprachenkurse, Zeitungen,....), Praktikanten sowie Studenten und Schülerinnen und Schüler in Anspruch genommen werden.

Sicherstellung der Schulungsqualität und Beendigung des Zielkonfliktes der IHK! Die Qualitätsmaßstäbe sind vor allem im Rahmen des BBI-G, der Ausbildungsrahmenpläne, der Rahmenlehrpläne und verschiedener Tarifverträge festgelegt. In vielen Unternehmen und Lehrberufen sind Nichtausbildungsaktivitäten nach wie vor üblich. Aber Azubis sind nicht nur " Billig-Produktionsarbeiter "! Die Vergabe eines jährlich erscheinenden Ausbildungsplans an die Azubis sollte daher rechtlich abgesichert sein.

Die Auszubildenden haben das Recht zu erfahren, wann und warum sie in welcher Fachabteilung ihres Unternehmens wohnen und welche Informationen sie im Laufe des Geschäftsjahres erhalten sollen. Aber auch die Ausbildungsqualität ist in hohem Maß von den Trainern abhängig. Deshalb muss die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die AEVO muss vielmehr eine Basis für die Ermöglichung berufspädagogischer und jugendpsychologischer Ausbildungsstandards bereitstellen. Die Instruktoren müssen auch zur regelmäßigen Weiterbildung gezwungen werden. Bislang waren die Berufsausbildungsausschüsse der Kammer für die Überwachung der Ausbildungsqualität zuständig, aber die Rechtsgrundlage (§79 BBiG) dafür ist derzeit vage und muss präzisiert werden.

Es müssen für die Tätigkeit der Berufsbildungsgremien kurzfristige bindende Mechanismen zur Regelung ihrer Tätigkeit als Qualitätssicherungsgremien und zur Konsolidierung ihrer regelmäßigen Arbeiten und Sitzungen, vor allem zur Sicherstellung der Qualität der Ausbildung, eingerichtet werden. Gegenwärtig sind die letztendlich die Interessen der Arbeitgeber vertretenden Anwaltskammern für die Erteilung von Ausbildungsgenehmigungen und deren Widerruf bei Verletzungen des Jugend- und Arbeitsschutzgesetzes zuständig.

Sie sind auch für die Überwachung der Qualität der Ausbildung und die Beratung der Auszubildenden bei Schwierigkeiten zuständig. So müssen die Handwerkskammern, vor allem ihre Ausbildungsberater, im Falle von Verletzungen gegen ihre eigenen Mitspieler vorgehen. Allein die große Anzahl der (meist ungestraften) Verstöße verdeutlicht, dass diese doppelte Funktion zu einem zielkonfliktartigen Verhalten mit erheblichen Nachteilen für die Auszubildenden führen kann.

Wir als GRÜNE JUGEND rufen daher nachhaltig zur Gründung einer eigenständigen Organisation auf, die die Überwachung und Begleitung der Praktikanten, die Erteilung von Ausbildungslizenzen und die Qualitätskontrolle der Ausbildung in den Unternehmen sowie mögliche Massnahmen bei Verstössen gegen Jugend- und Arbeitssicherheitsgesetze wie den Entzug von Ausbildungslizenzen, aber auch die Übernahme von Klausuren und anderen berufsbildungsrelevanten Tätigkeiten der Handwerkskammern übernehmen soll.

Es müssen in nächster Zeit mehr Arbeitsplätze für selbständige Ausbildungsberater in den berufsbildenden Schulen eingerichtet werden, um die Betreuung der Auszubildenden auch außerhalb der Kammer zu ermöglichen. Wir als GREEN YOUTH unterstützen Modellexperimente wie die hessisch qualifizierten berufspädagogischen Ausbildungsförderungen in Schule und Unternehmen (QUABB) ausnahmslos.

Mitglieder dieser Fachkommission können Ausbildungs- oder Personalleiter der entsprechenden Mitgliedsfirmen, aber auch Berufsschullehrer werden. a) Einbeziehung auch in die Berufsbildung Rund 50.000 Menschen mit besonderem Förderbedarf erhalten jedes Jahr einen Abschluss, aber nur etwa 7% von ihnen erhalten einen Ausbildungsstellenplatz. Durch den starren Zeitrahmen für die duale Berufsbildung ist es schwierig, ein flexibles Ausbildungskonzept zu entwickeln, das dem Bedarf an individueller Förderung nachkommt.

Deshalb plädiert die GREEN Youth für die bundesweite Etablierung von Teilzeit-Modellen und anderen, flexibeleren Arbeitszeit-Modellen in der Berufsausbildung, um nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch junge Alleinerziehende, Familienangehörige und Jugendliche mit Pflegebedürftigkeit den Einstieg in eine reguläre berufliche Qualifikation zu ermöglichen. Zudem muss das Angebot an Ausbildungsförderung und geförderter Weiterbildung weiter ausgeweitet und den Unternehmen bekannt gemacht werden.

Nach dem Ausbildungsbericht des DGB 2015 hat etwa jede vierte Person in einem Bildungsverhältnis einen Zuwanderungshintergrund - das ist in etwa der Bevölkerungsanteil zwischen 15 und 25 Jahren. Bedauerlicherweise ist die Aufteilung unter den Ausbildungsberufen jedoch sehr unterschiedlich: In relativ schlecht bezahlten Bereichen beträgt der Prozentsatz über 50 Prozent, während in den Ausbildungsberufen der Metall- und Elektrobranche und des Bankwesens nach eigenen Aussagen nur 14-17 Prozent der Lehrlinge einen Wanderungshintergrund haben.

Zudem ist der Prozentsatz derjenigen, die einen Lehrplatz in ihrem gewünschten Beruf suchen, signifikant niedriger als bei Bewerbern ohne Zuwanderungsgeschichte. Weil der Erfolg der Ausbildung in hohem Maße von der Befriedigung der Lerner abhängig ist, verlangt GREEN Youth eine tatkräftige Anti-Diskriminierungsarbeit von der Unternehmen. Bei der Auswahl dürfen Menschen aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, ihres Migrationshintergrunds, ihrer Kulturzugehörigkeit oder Rasse nicht mehr beeinträchtigt werden. Deshalb plädieren wir für die Einfuehrung anonymisierter Antragsverfahren in Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern und die Beteiligung von Gleichstellungsbeauftragte am Antragsverfahren.

Auszubildende, Personalleiter und Berufsschullehrer müssen für den richtigen Umgang mit Diskriminierungen und von Diskriminierungen betroffene Jugendliche geschult werden. Zur Verhinderung von rassistischem Verhalten am Ausbildungsort muss es auch eine eigenständige, vielfältig ausgestattete Beschwerdestelle sein. Dazu gehören vor allem Pflege-, Behandlungs- und soziale Berufe, die - gerade in der Zeit des demografischen Umbruchs - von großer gesellschaftlicher Bedeutung sind, aber oft durch ungünstige Arbeitsverhältnisse, geringe Löhne und geringe soziale Anerkennung gekennzeichnet sind.

Außerdem plädieren wir dafür, den Zugang zu besonders typischen männlichen oder weiblichen Tätigkeiten zu erschweren und zu unterbinden. Wir rufen auch zu einem Wechsel im Bildungswesen auf, das noch immer Rollenstereotypen in Text und Bild konsolidiert. Besonders in männerdominierten Berufsfeldern sollen gezielt weibliche Mitarbeiter befördert werden. Ein Recht auf Bildung! Derzeit können nur etwa 65 % derjenigen, die zu Beginn ihrer Berufsausbildung eine Lehre aufnehmen möchten, tatsächlich eine Lehre anstreben.

Die vergebliche Suche nach einem Lehrplatz bedeutet für viele Ausbildungsinteressenten jedoch eine lange Warte- oder Zwischenzeit. Um allen Interessierten, unabhängig von Schulabschluss, sozialem, ethnischem oder sonstigem individuellem Background, einen für sie passenden, hochqualifizierten Ausbildungsstellenplatz zu sichern, verlangt GRÜNE JUGEND eine Ausbildungsversprechensgarantie als rechtlich abgesichertes Recht.

Dies soll vor allem durch verbesserte Vermittlungsangebote erreicht werden, die potenzielle Praktikanten und Ausbildungsbetriebe oder Fachhochschulen zusammenbringen. Die Finanzierung der Ausbildungsstellen soll künftig über eine umlagefinanzierte Finanzierung erfolgen, wie sie beispielsweise in der Pflegeausbildung bereits mit Erfolg praktiziert wird. Für alle an einer Ausbildung interessierten jungen Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen, muss ein externer Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt werden, der in Bezug auf Ausbildungsqualität und -gültigkeit den normalen Ausbildungsgängen gleichwertig ist.

Die Umstellung von einem externen Ausbildungsplatz auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz muss problemlos möglich sein. Übergangsmassnahmen dürfen nicht mehr als letzte Station für vermeintlich "nicht ausbildungsfähige" Jugendlichen verwendet werden - jeder Mensch hat eine Perspektive zu haben! Neben einer Schulungsgarantie verlangen wir auch eine Abnahmegarantie für die Auszubildenden, um ihnen eine nachhaltige Planbarkeit zu geben.

Das Mitbestimmungsrecht der Praktikanten in den Unternehmen wird durch eine JAV (Jugend- und Auszubildendenvertretung) nach dem BVG aus einer Zahl von 5 Praktikanten formell festgelegt. Dies trifft jedoch nur auf Unternehmen zu, die bereits einen eigenen Beirat haben. Bei der Grünen Jugendlichen wird eine Absenkung der Hindernisse für die Gründung einer Jugendund Lehrlingsvertretung gefordert, damit die Azubis auch ohne eigenen betrieblichen Beirat eine Mitsprache gegenüber ihren Führungskräften erhalten.

Junge Menschen und Azubis sind die künftigen Spezialisten der Unternehmen und ihre Aufgaben und Wünsche müssen ernst genommen und verstanden werden. Die GRÜNE Jugend verlangt daher in Unternehmen mit Betriebsräten ein ständiges Wahlrecht in den Betriebsräten der Jugendvertretungen, anstatt dies nur dann zu beachten, wenn die Beschlussfassung die Mehrheit der Auszubildenden betriff. Die Auszubildenden müssen ihre Rechte und Ansprechpartner im Falle einer Beschwerde wissen.

Deshalb müssen die Rechte der Lernenden, die Lerninhalte des Rahmenlehrplans und des Rahmenlehrplans in der beruflichen Schule verpflichtend geregelt und damit stärker in den Vordergrund gestellt werden. Die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft oder gewerkschaftlichen Jugend- und berufsbildenden Schulen ist hier unverzichtbar, damit sich die Praktikanten arbeitsplatzspezifisch unmittelbar bei den zuständigen Arbeitnehmervertretungen informieren können.

Um mit den Praktikanten sprechen zu können, müssen die gewerkschaftlichen Organisationen die Möglichkeit haben, eine Berufsschule zu besuchen. Diese Form der Meinungs- und Mitsprache ist für eine flächendeckende, intensive Vertretung der Interessen der Praktikanten unentbehrlich. Gegen die Fragmentierung der Bildung! Der GRÜNE JUGEND kritisiert die von den Gruenen geforderte Unterteilung der Bildungsinhalte in Einzelmodule - analog zum Bachelor/Master-Studiengang an den Hochschulen.

Mit diesen Massnahmen, die die Qualifizierung der Lehrlinge flexibilisieren, die Permeabilität erhöhen und mehr Lehrstellen schaffen sollen, kann es zu einer Komplikation und Fragmentierung der Qualifizierung kommen. Dadurch wird es für Praktikanten schwieriger, eine Berufsausbildung zu absolvieren, die ihnen eine berufliche Qualifikation und Perspektiven auf dem Markt eröffnet. Die Betriebe sollten die Ausbildungsverantwortung für die Lernerinnen und Lerner wahrnehmen und nicht nur Einzelmodule ausarbeiten. Denn die Trainees benötigen fixe Ansprechpartner und kein Durcheinander von unterschiedlichen Modulanbietern.

Die Argumentation, dass die Modulisierung in Fach- und Kleinbetrieben Lehrstellen schafft, ist nur dann wirksam, wenn sich die neuen Lehrstellen auf die dort vorhandenen Bausteine begrenzen - und wir benötigen keine weitere Schmalspurausbildung, wie wir sie bereits bei der so genannten Step-by-Step-Ausbildung haben. Eine Ausbildung in Kooperation ist bereits heute möglich und kann daher nicht als Begründung für eine Modulisierung herangezogen werden.

Unsere Forderung, dass jeder Auszubildende das Recht hat, den Betrieb auf eigenen Antrag zu ändern, bleibt davon unberührt. Wir befürworten die Forderung nach einer verbesserten Permeabilität des Bildungswesens, vor allem den Übergang von der Berufsausbildung zum Hochschulstudium und die Anerkennung dessen, was bereits gelernt wurde, etwa im Falle einer Ausbildungsunterbrechung. Allerdings halten wir eine Modulisierung der Weiterbildung nicht für die geeignete Maßnahme.

Vielmehr sollten die erlernten Fertigkeiten und Fertigkeiten im Ausbildungsnachweis vermerkt und bei Studienbeginn angerechnet werden können. Es muss möglich sein, eine unterbrochene Schulung dort fortzusetzen, wo sie abgebrochen wurde. GREEN YOUTH setzt sich für eine umfassende Berufsausbildung ein, die mit einer qualifizierten Berufsausbildung endet. Zwar bringt die Modulisierung individuelle Vorzüge für Betriebe und Lehrlinge, aber sie führt in der Summe zu immer mehr Schmalspurausbildung und zur Fragmentierung der Lebensläufe.

Die zunehmende Neliberalisierung des Arbeits- und Ausbildungsmarkts ist nichts, was wir als GREEN YOUTH fördern wollen. Vielmehr sollten die Praktikanten ein Anrecht auf entgeltliche Praktika haben, die sie während ihrer Ausbildungszeit in unterschiedlichen Betrieben ableisten können, um andere Firmen und Tätigkeitsbereiche im Rahmen ihres Ausbildungsberufs kennenzulernen. Vor allem Auslandspraktika und -aufenthalte im Allgemeinen sollen dazu dienen, den Praktikanten die Gelegenheit zu bieten, im eigenen Land zu studieren und andere Menschen, Kulturkreise und Staaten kennenzulernen.

Langfristig ist es Sinn und Notwendigkeit, die Berufsausbildung flexibler zu gestalten, um allen Jugendlichen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und die Integration zu fördern - aber nicht auf Kosten der Qualität der Berufsausbildung und zum Schaden der Azubis! Bringt das Training an die Front! In der Bildungspolitik gibt es also noch viel zu tun. Das muss den übertriebenen, nationalistisch geprägten Kräfte des dualen Ausbildungssystems besonders deutlich gemacht werden.

Dafür sollten wir in den kommenden Jahren in Europa nachdenken und die Weiterbildung in Europa weiter entwickeln - einheitliche europ. Es ist anzumerken, dass das bisherige Bildungssystem eine gute Grundlage und viele junge Menschen eine gute Schulbildung haben.

Wenn wir auch in der Zukunft den Jugendlichen eine gute Bildung anbieten wollen - eine, die ihnen Freude macht und Freude am Erlernen macht, müssen wir sie angehen und die genannten Dinge so zügig wie möglich einführen! Weil für uns als GREEN YOUTH gilt: Bildung ist "primär" im Sinn der Azubis und nur den Belangen der Unternehmen untergeordnet.

Weil wir als Green Youth erst befriedigt sind, wenn alle Praktikanten es sind!

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