Erstausbildung

Grundausbildung

Wie sieht eine Erstausbildung aus? Rechtliche Grundlagen der Erstausbildung Ab dem 1.1.2015 gibt es erstmalig eine rechtliche Erstausbildung. Die sehr kurzen Schulungen gelten nicht mehr als Erstausbildung.

Weiterbildungskosten können nur begrenzt als Sonderaufwand abgezogen werden und haben in der Regel keine steuerlich mindernde Auswirkung. Bei einer Erstausbildung, wie z.B. einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem ersten Abschluss, können die Aufwendungen für eine Zweitausbildung jedoch in vollem Umfang als erwartete betriebliche Aufwendungen im Verhältnis zu einer später selbständigen Erwerbstätigkeit abgezogen werden.

Bei der Erstausbildung im Sinn dieser Bestimmung ist sie jedoch noch nicht klar. Ab 2015 ist das umstrittene Konzept der Erstausbildung nun erstmalig rechtlich verankert ( 9 Abs. 6 EStG): Dementsprechend muss die Erstausbildung für eine bestimmte Zeit konzipiert sein und die für die Wahrnehmung einer befähigten Berufstätigkeit erforderlichen Fertigkeiten und Fertigkeiten mitbringen.

Erst- oder weiterführende Schule? Die Legislative interveniert.

Ausgaben für die Erstausbildung können in der Regel nur als Sonderaufwendungen - begrenzt auf 6.000 EUR pro Jahr - in der Einkommensteuererklärung beansprucht werden, nicht aber als erwartete einkommensbezogene Ausgaben im Zusammenhang mit der Nacharbeit. In jedem Fall solange die Erstausbildung nicht im Arbeitsverhältnis erfolgt. Es gibt jedoch noch einen Ausweg: Wer vor dem vorgesehenen Studiengang eine Lehre abschließt - die dann als Erstausbildung angesehen wird - setzt sein Wissen von der "Erstausbildung" auf die "Zweitausbildung".

Die Kosten im Rahmen des Studiums sind in diesem Falle als voraussichtliche einkommensbezogene Kosten anzusehen (§ 9 Abs. 6 EStG). Der Bundesfinanzhof (BFH) ist der Meinung, dass eine erste "kurze Ausbildung" bereits ausreichen kann, um in der zweiten Berufsausbildung von einkommensbezogenen Ausgaben zu profitieren. Ausgaben für die Erstausbildung sind als besondere Ausgaben für den Steuerzahler bis zu einem jährlichen Beitrag von 6.000 EUR anrechenbar.

Wenn die erste Lehre oder das erste Fachstudium im Zuge einer Lehre (als sogenanntes Doppelstudium ) durchgeführt wird oder wenn der Studierende bereits eine berufliche Bildung beendet hat, können die Ausgaben für das zweite Fachstudium als einkommensbezogene Ausgaben geltend gemacht werden. Nach Auffassung der Münchener Juroren sind die Ausgaben für die berufliche Erstausbildung - ungeachtet des Bestehens eines Arbeitsverhältnisses - immer als berufsbedingte Ausgaben zu betrachten.

Erst- oder weiterführende Schule?

Wenn nach der Lehre die Fachhochschulreife oder das Berufsabitur gemacht wird, so wird dies als Schulbesuch und nicht als zweite Berufsausbildung angesehen. Der Bundesfinanzhof ist der Auffassung, dass die Berufsausbildung auch ohne formalisierte Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz möglich ist, sofern sie der Berufsausbildungsvorbereitung diente. Die Schulung soll den Aufbau von Wissen, Fertigkeiten und Erfahrung fördern, die als Basis für die Berufsausübung vonnöten sind.

Ausschlaggebend dabei ist, dass die Schulung in der Lage ist, mit der gewünschten Aktivität Einkommen zu generieren. Es spielt keine Rolle für die Ausbildungsdauer. Auch für den Abzug der einkommensbezogenen Ausgaben für die Sekundarausbildung ist es irrelevant, ob die berufliche Erstausbildung im selben Tätigkeitsbereich liegt oder nicht. Der Bundesfinanzhof hat zum Beispiel entschieden, dass eine mehrere Monate dauernde Sanitäterausbildung als berufliche Erstausbildung anzusehen ist (Urteil vom 07.10.2011, Rechtssache VI R 52/10).

Der Aufwand für die folgenden Studien, unabhängig vom Fachgebiet, kann somit uneingeschränkt als einkommensbezogener Aufwand beansprucht werden. Die halbjährige Flugbegleiterausbildung wird auch als Erstausbildung angesehen, da mit dem Ausbildungsberuf eine Vollzeitbeschäftigung regulär möglich ist (BFH vom 29.02.2013, Aktenzeichen VI R 6/12). Der Bundesfinanzhof hat im Falle eines Rechtsstreits folgende Ausgaben für die Berufsausbildung zum Berufspiloten als einkommensbezogene Ausgaben erfasst.

Auch die nur wenige Wochen andauernde Berufskraftfahrerausbildung in der Wehrmacht wurde im BFH-Urteil vom 09.05.2012 (Ref. VI R 72/11) als Erstausbildung anerkannt, da die CE-Führerscheinklasse als Basis für die Berufskraftfahrertätigkeit diente. Die Erstausbildung wird ab dem Jahr 2015 nur noch möglich sein, wenn die Weiterbildung auf der Basis von Rechts- und Verwaltungsvorschriften organisiert wurde und eine geplante Ausbildungsdauer von mind. 12 Monate (bei Vollzeitausbildung) und eine abschließende Prüfung aufweist.

Falls keine Abschlußprüfung vorgeschrieben ist, wird die Schulung als beendet angesehen. Die berufliche Bildung wurde auch von einer Person absolviert, die die Abschlußprüfung einer durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften reglementierten beruflichen Bildung für einen Zeitraum von mindestens 12 Monate ohne vorherige berufliche Bildung absolviert hat. Letztere wird als Zweitstudiengang erfasst, so dass die entsprechenden Ausgaben als einkommensbezogener Aufwand erfasst werden.

Studierende eines Doppelstudiums können auch alle Ausgaben für ihr Hochschulstudium als einkommensbezogene Ausgaben einfordern. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Lehrbetrieb Lehre und Theorie verbindet und dies im Lehrvertrag festgeschrieben ist (Finanzgericht Hessen, Beschluss vom 20. Oktober 2013, Ref. 8 K 807/12). Wie hoch sind die anfallenden Gebühren?

Studieren ist kostspielig. Dasselbe gilt für die Berechnung von Sonderaufwendungen und Werbungsaufwendungen. Inwiefern die Aufwendungen für steuerliche Zwecke in Anspruch genommen werden können und in welchem Umfang darüber hinaus zusätzliche Aufwendungen für Mahlzeiten aufgrund von Fehlzeiten am üblichen Arbeitsort steuerrechtlich als einkommensbezogene Aufwendungen erfasst werden, muss jedoch im Einzelfall geklärt werden.

Steuerlich gesehen ist es von Bedeutung, dass es sich um eine Erstausbildung handelt. Falls der anschließende Studiengang auf diese Art und Weise zu einem zweiten Studiengang wird, können Ausgaben im Rahmen des Studiums als einkommensbezogene Ausgaben angerechnet werden. Wenn der Steuerzahler, der bereits eine Erstausbildung und anschließend eine zweite Ausbildung oder ein Zweitstudium abgeschlossen hat, nicht zur Steuererklärung gezwungen ist, muss er die Vierjahresfrist im Blick behalten:

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