Duales Bildungssystem Schweiz Vorteile

Das duale Schweizer Bildungssystem Vorteile

Die Personalverantwortlichen in der Schweiz sind sich meiner Meinung nach der Vorteile und Stärken des dualen Ausbildungssystems bewusst. Doppelte Berufsausbildung als Export-Hit? Bisher ist kein einziger Sachverhalt bekannt, in dem ein Staat ein neues duales Berufsbildungssystem eingerichtet hat. In den frühen 1990er Jahren war ich dabei, als eine russische Historikergruppe einer schweizerischen Vertretung in Moskau beschrieb, wie wichtig Lenins Aufenthalt in der Schweiz für die Gründung der Sowjetunion war.

Er entdeckte und bewunderte die direkte Demokratie in den schweizerischen Ortschaften und inspirierte ihn zum Verfassungsprinzip der Sowjetunion, das auf der direktdemokratischen Selbstregierung der Arbeiter und Bäuerinnen basierte. Ein ähnliches Scheitern hat der Export eines weiteren Erfolgsrezeptes in der Schweiz, des Foederalismus, in den vergangenen Jahren erlitten.

Im Parteiprogramm wurde diese Neuerung ausdrücklich durch die positiven Erlebnisse in der Schweiz gerechtfertigt. Das Zusammenspiel des Foederalismus mit anderen Elementen in der Schweiz, wie der Politik, der Arbeit der Miliz oder dem Referendum, wurde jedoch vernachlaessigt. Aufgrund der daraus resultierenden Finanznotlage wurde die ganze Sache aufgegeben und das Wort Foederalismus aus dem Politikvokabular gestrichen; Schuld und eine hypertrophe Politikkaste sind das Vermächtnis.

Das heute weltweit anerkannte schweizerische Bildungssystem, vor allem die doppelte Berufsausbildung, macht das Land stolzer und reizt zu einem möglichen Exportschlager. Ob mit missionarem Einsatz oder mit dem Ziel, das Ansehen der Schweiz zu erhöhen oder unsere Ausbildungsabschlüsse im Ausland besser anzuerkennen: Verschiedene Ziele haben dazu beigetragen, dieses Anliegen auf der politischen Tagesordnung zu verankern.

Nachhaltig schädigende Effekte sind in einem solchen Falle nur bedingt vorstellbar, zum Beispiel die Nutzung von erwachsenen Arbeitnehmern zu geringeren Lohnkosten unter dem Deckmantel der (mangelnden) Unterweisung. Niedrige Arbeitslosenzahlen - um nur eine der Grundvoraussetzungen zu nennen - sind sicherlich eine Konsequenz der doppelten Berufsausbildung, aber vielleicht noch mehr eine Grundvoraussetzung dafür, dass sie überhaupt eintritt.

Darüber hinaus erfordert ein grundlegend anderer Ausbildungsweg ein hohes Ansehen, um interessant zu sein. Es geht hier nicht um die technische Zusammenarbeit mit den Ärmsten, in der jede weitere Ausbildungsmöglichkeit in irgendeiner Weise erwünscht ist. Andererseits würde die systematische Etablierung der doppelten Berufsausbildung in den Industrieländern - als eine bis zur Volljährigkeit etablierte Variante der allgemeinbildenden Schule - unter anderem zu einer Verringerung der Zahl der Lehraufträge an Ganztagsschulen führen und wäre daher von politischer Bedeutung.

Wir können die Strukturen und Vorteile des schweizerischen Ausbildungssystems erläutern. Mit Ausnahme von selektiven Experimenten in den Filialen der schweizerischen Unternehmen ist noch kein einziger Einzelfall bekannt, in dem ein Staat ein duales Berufsbildungssystem geschaffen hat, auch nicht nach deutschem Vorbild, das im internationalen Kontext mit deutlich mehr politischen und finanziellen Schwerpunkten gefördert wird.

Unsere Erfahrung mit der doppelten Berufsausbildung stellen wir zu Recht der Bildungspolitik und der Wirtschaft zur Verfügung. Dabei geht es darum, die Verehrer nicht leichtfertig zu begeistern, wie wir es bereits für die unmittelbare Demokratie und für den Föderalismus getan haben.

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