Duales Ausbildungssystem Unterrichtsmaterial

Doppeltes Ausbildungssystem Unterrichtsmaterial

Der Lehrplan variiert je nach Ausbildungsberuf und Bundesland, in dem die duale Ausbildung absolviert wird. Der größte Teil der Ausbildung findet im Unternehmen statt. Neben der Fachtheorie gibt es auch Unterricht für alle, die eine Ausbildung in Deutschland machen wollen. Und so funktioniert die duale Ausbildung - die wichtigsten Eckpunkte und Zahlen.

Doppelte Bildung in Ziffern

Im Regelfall arbeitet der Auszubildende drei bis vier Tage im Unternehmen und besucht die Berufsschule etwa 8 bis 12 Wochenstunden. Je nach Ausbildungsberuf beträgt die Dauer der dualen Berufsausbildung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Das Abitur ist keine formelle Vorbedingung für die Aufnahme einer dualen Berufsausbildung. Viele Lehrbetriebe fordern jedoch von den Bewerbern beispielsweise Schulabschlüsse, Schulnoten oder soziale Handlungsfähigkeit.

Die derzeit 344 staatlichen Lehrberufe basieren jeweils auf Ausbildungsverordnungen. Die alten Ausbildungsverordnungen werden ständig erneuert oder neue Lehrberufe entstehen. Durch die landesweit vereinheitlichten Vorgaben und Prüfstandards wird eine gleichbleibend gute Ausbildungsqualität gewährleistet. Das sind vor allem die Industrie- und Handelskammern, in deren Verantwortungsbereich gut 60 Prozent Auszubildende ausgebildet sind, und die Handwerkskammern, die für fast 27 Prozent aller Azubis verantwortlich sind.

Rechtsgrundlage für die doppelte Berufsbildung ist das Berufsausbildungsgesetz (BBiG). Darin sind die Rechte und Verpflichtungen für Lehrbetriebe und Praktikanten geregelt. Inzwischen haben zwei Drittel aller Beschäftigten in Deutschland eine Doppelausbildung durchlaufen. Das wird sich nicht so rasch verändern, denn noch immer beginnt rund zwei Drittel eines Schuljahres eine berufliche Bildung im Dualen Ausbildungssystem.

Alleine im Jahr 2012 wurden 512.773 neue Lehrverträge geschlossen. Der überwiegende Teil der ersten Lehrlinge hat einen Hauptschulabschluss. Gut ein Fünftel aller neuen Lehrlinge sind AbiturientInnen. Es gibt zwar nur wenige Erstsemester ohne Schulabschluss, aber sie haben immer noch einen Ausbildungsanteil von 3 Prozentpunkten - so eröffnen sich auch für diese Problem-Gruppe Möglichkeiten der betrieblichen Erstausbildung.

Fast 90 % aller Lehrlinge im dualen Ausbildungssystem haben im Jahr 2011 ihre Prüfung durchlaufen. Bei den Azubis mit Hauptschulabschluss waren es 79% und bei den Absolventen mit technischer und allgemeinbildender Matura 97%. Gut die Haelfte aller Ausbildungsbetriebe bieten Ausbildungsplaetze an. Der Lehrstellenmangel ist heute kaum noch vorhanden - noch vor einigen Jahren ein großes Thema.

Bei den Agenturen für Arbeit gibt es seit 2009 mehr freie Ausbildungsplätze als angemeldete Altbewerber: Ende September 2012 waren es fast 15.700 von insgesamt rund 3.000 freien Ausbildungsplätzen. Zum einen haben gut 60.000 Ausbildungsinteressierte zunächst einen anderen Weg beschritten, zum Beispiel eine Berufsvorbereitung gestartet, die weiter führende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.

Andererseits waren nach Betriebsbefragungen aber rund 75.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Allerdings berichten viele Unternehmen ihre Ausbildungsplätze nicht an die Arbeitsämter, sondern selbst. Einer der Hauptgründe für die spürbare Verbesserung der Ausbildungsplatzquote ist der Demografiewandel. Bis 2030 wird die Altersklasse der 17- bis 25-Jährigen bundesweit um ein Fünffaches geschrumpft sein, so dass die Anzahl der potentiellen Lehrlinge weiter deutlich sinken wird.

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