Bildungssystem Deutschland

Das Bildungssystem in Deutschland

Die Grundstruktur des Bildungssystems im. Bildungssystem in Deutschland - Chancengleichheit für alle? In Deutschland ist das Bildungssystem in jedem Bundesland komplex und unterschiedlich.

Schulzwang

B. Hermstein, N. Berkemeyer, V. Manitius (Hrsg.): Institutionelle Veränderung in der Bildung. Dem aufmerksamen Beobachter wird auffallen, dass das Bildungssystem im eigenen Land nicht in allen Punkten der Abbildung folgt - zum Beispiel, dass die Grundschule sechs und nicht vier Jahre dauert, dass ein bestimmter Schultyp (wie die Hauptschule) nicht mehr besteht oder einen anderen Titel hat, dass ein gelisteter Schulabschluss nicht geboten wird oder dass ein deutlicher Wechsel nicht (leicht) möglich ist.

Trotz aller Unterschiede gibt es jedoch eine einheitliche Basisstruktur des Bildungswesens in allen Ländern. Der so genannte Vollzeitunterricht erstreckt sich auf neun, in einigen Ländern auch auf zehn Jahre Besuch einer allgemein bildenden Bildungseinrichtung. Danach unterliegen Jugendliche, die in der Sekundarstufe II keine allgemeine oder berufsbildende höhere Schulbildung in Vollzeit absolvieren, der sogenannten Teilzeitpflicht (Berufsschulpflicht).

Die Ausbildung schließt in der Regel mit einer abgeschlossenen Ausbildung ab. Die Bildungslandschaft gliedert sich in fünf große Bildungsbereiche: Grundschule, Primarschule, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Tertiärbereich. Jedes dieser Bildungsfelder beinhaltet seinerseits unterschiedliche Bildungsinstitutionen oder Ausbildungsgänge. Im Grundschulbereich befinden sich die Krippe, der Vorschulkindergarten, die Kindertagesstätte sowie die Grundschulklassen und bieten Betreuung und Bildung für Schüler ab einem Mindestalter von einigen Lebensmonaten bis zum Einschulung.

Die Besichtigung dieser Anlagen ist in Deutschland nicht obligatorisch. Nichtsdestotrotz ist die frühe Kindererziehung zu einem festen Teil der Bildungsbiographie geworden: In der Primarschule gibt es die Klassen 1 bis 4 (in einigen Ländern die Klassen 1 bis 6) und sie ist die einzigste Bildungsinstitution, die von nahezu allen Kindern zusammen besetzt wird.

In der Sekundarstufe I ist das Bildungssystem in unterschiedliche Arten von Schulen oder Bildungskursen unterteilt, die nach verschiedenen Curricula gelehrt werden. An der Haupt-, Real- und Gymnasiumsschule ist der Lehrbetrieb im Wesentlichen auf einen gewissen Grad ausgerichtet. Schultypen mit zwei Ausbildungsgängen leiten sowohl die untere Sekundarschule als auch die Sekundarschule, Schultypen mit drei Ausbildungsgängen (auch genossenschaftliche oder ergänzende Gesamtschule genannt) haben ebenfalls einen Sekundarschulabschluss.

Allerdings absolvieren die Kinder an einer Gesamtschule keinen speziellen Kurs. Nach Abschluss der Hauptschule kann ein allgemeiner Abschluss in allen Schultypen oder Bildungskursen erlangt werden. Damit werden die in der Berufsschule erlernten Kompetenzen in einem Zeugnis verbrieft und berechtigen - je nach Abschluss - zum Studium an verschiedenen Hochschulen der oberen Sekundarschule. Die obere Sekundarschule besteht aus allgemeinen und beruflichen Ganztagsschulen sowie der beruflichen Ausbildung im dualen Ausbildungssystem.

Welches dieser Bildungsstätten jungen Menschen offen steht, ist stark abhängig von ihrem Schulabschluss: Die Hauptschulreife befähigt in erster Linie zur Teilnahme an einer Ausbildung. Dafür müssen die jungen Menschen jedoch zunächst eine Ausbildung in einem Unternehmen suchen. Wenn dies nicht gelingen sollte - und das trifft auf einen erheblichen Teil der Abiturienten zu -, müssen junge Menschen, zumal sie noch in der Schule sind, eine Berufsvorbereitung im Übergabesystem durchlaufen.

Neben dem doppelten System bietet das MSA auch die Möglichkeit der Vollzeitschulausbildung und öffnet den Weg zu den unterschiedlichen Berufsschulformen (FOS, BOS, Fachgymnasium) und zur Sekundarstufe II. Durch die duale und vollzeitschulische Ausbildung erhalten die Schüler einen berufsqualifizierenden Abschluß, der sie für einen konkreten Beruf ausbildet.

Alle anderen ( "berufsorientierten") Studiengänge schließen mit einer allgemeinen oder fachbezogenen höheren Reife - oder Berufsfachschulreife ab und befähigen damit zur Teilnahme an einem Studiengang im tertiären Bereich. Ein erheblicher Teil der jungen Menschen mit höherer Reife ist jedoch auch in der dualen oder vollzeitschulischen Ausbildung tätig. In Deutschland wird im weltweiten Durchschnitt ein großer Teil der Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen außerhalb des allgemeinen Schulwesens unterrichten.

Deutschland hat 2009 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet. Artikel 24 dieses internationalen Übereinkommens zwingt die Vertragsparteien, ein "integratives" Bildungssystem zu gewährleiste. Zum tertiären Sektor gehören Hochschulen, FHs und andere Arten von Hochschulen, die zu einem Hochschulabschluss aufsteigen. Das Studium befähigt Sie zur Ausübung einer Berufstätigkeit und gibt Ihnen - ab einer gewissen Note - das Recht zur Promotionsarbeit.

Der tertiäre Sektor hingegen besteht aus Institutionen, die sowohl Ausbildungsgänge mit beruflicher Qualifikation als auch Institutionen der Berufsbildung bieten. Mit dem dualen Studium bieten die Dualen Hochschulen sowohl eine wissenschaftlich orientierte als auch eine praxisnahe Berufsbildung an. Im Regelfall können sie erst ab dem vollendeten achtzehnten Lebensjahr absolviert werden und erfordern in der Regel eine entsprechende fachliche Weiterbildung oder den erfolgreichen Abschluss einer auf die Schulung vorbereitende Schule.

Technische Schulen dagegen werden für die berufliche Fortbildung genutzt. Voraussetzung ist sowohl eine fundierte Ausbildung als auch berufliche Erfahrung und beinhaltet unter anderem das Staatsexamen zum Facharbeiter. Darüber hinaus berechtigen diese Weiterbildungsabschlüsse zum Hochschulzugang.

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