Berufsausbildung in Europa

Die Berufsausbildung in Europa

Die Studie zeigt, wie die berufliche Bildung in Europa weiter gestärkt werden kann, damit die. Verbessern Sie Ihren Start ins Berufsleben. Die Europäische Union (EU) unterstützt mit dem Programm LEONARDO DA VINCI die Auslandsaufenthalte von Praktikanten. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Beruf in Europa zu erlernen. Spanien hat die höchste Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

Berufsausbildung im Weltvergleich

Die Ausbildung im Rahmen des dualen Systems bietet den Absolventen Karriereperspektiven, die optimal auf eine langfristige Eingliederung in ein Unternehmen zielen. Doch in vielen Ländern ist das dominierende Berufsbildungssystem nicht das doppelte Bildungssystem, sondern ein schulbasiertes Bildungssystem oder "training on the job". Im Jahr 2013 legte die OECD (Organisation für ökonomische Kooperation und Entwicklung) in ihrem deutschen Bericht zur Untersuchung "Skills after school" besonderes Gewicht auf die doppelte Berufsausbildung.

Dabei wurde der hohe praktische Bezug der Berufsausbildung und der damit einhergehende "reibungslose Wechsel von der Schul- ins Berufsleben" als "solides Grundgerüst für die anschließende Weiterqualifizierung" und die damit einhergehenden Karrieremöglichkeiten herausgestellt. Weniger verbesserungsbedürftig war der Bedarf im Hinblick auf die (duale) Berufsausbildung als die Flexibilisierung und Permeabilität der Universitäten und im Hinblick auf die berufliche Fortbildung.

In Deutschland wird die Berufsausbildung traditionsgemäß in Verbindung mit einem Lehrbetrieb im Rahmen des dualen Systems oder in Form einer Vollzeitschule an Berufsschulen durchlaufen. In Deutschland gibt es zur Zeit 348 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen. Das so genannte Transitionssystem bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nach dem Schulabschluß keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, eine große Anzahl von Ausbildungsprogrammen zur beruflichen oder persönlichen Einarbeitung an.

Auch die Arbeitsämter und ihre Berufsberater bieten gesetzlich eine berufliche Beratung und Vermittlung an, um die Schüler beim frühen Wechsel von der allgemeinbildenden in die Berufsausbildung zu unterstützen. Das Schulsystem und die doppelte Berufsausbildung sind die vorherrschenden Ausbildungsformen in Europa. Nichtsdestotrotz ist die Berufsausbildung von großer internationaler Vielfalt gekennzeichnet.

Obwohl die meisten EU-Länder entweder eine doppelte Berufsausbildung oder eine vollschulische Berufsausbildung anbieten, sind die Ausbildungsstrukturen und vor allem die Bedeutung der Berufsbildungssysteme von Land zu Land sehr unterschiedlich. Belgien, Frankreich und Finnland haben zum Beispiel ein doppeltes und ein schulbasiertes Bildungsmodell ähnlich wie Deutschland. In beiden Ländern ist die doppelte Berufsausbildung jedoch von sehr geringer Bedeutung, während das System der vollzeitschulischen Berufsausbildung stark ausgeweitet wird.

Auch in anderen Ländern wie Island und Estland wird die Berufsausbildung ausschliesslich an berufsbildenden Schulen betrieben. Die Ausbildungsplätze sind in Norwegen garantiert und die Berufsausbildung findet ausschliesslich in der Schule statt. In einigen Ländern wird eine Berufsausbildung auf unterschiedlichen Qualifikationsniveaus geboten, die je nach Staat von der beruflichen Grundausbildung (niedrigste Stufe) bis zum Gesellen- oder Hochschulzugangszeugnis (höchste Stufe) reicht.

Der Konstanzer Politikwissenschaftler Marius Busemeyer differenziert zwei Aspekte von Berufsbildungssystemen: das Bekenntnis der Öffentlichen Verwaltung und das Bekenntnis der Unternehmen zur Berufsausbildung. Öffentliches Bekenntnis variiert in Bezug auf die öffentlichen Aufwendungen für die Berufsausbildung (öffentliche Aufwendungen können z.B. für den Unterhalt von Berufsfachschulen, Lehrkräften und Materialien, aber auch für staatliche Ausbildungsplätze ausgegeben werden), den unterschiedlichen Grad der Bescheinigung beruflicher Fähigkeiten und den unterschiedlichen Grad, in dem die Berufsausbildung an Weiterbildungsmaßnahmen und aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen gekoppelt ist.

Die Einsatzbereitschaft der Firmen zeichnet sich vor allem durch ihre Bereitschaft zur Teilnahme an der Berufsausbildung aus. Inwiefern ist ein Unternehmer dazu vorbereitet, Mittel (vor allem Zeit, Gelder und Arbeitsmittel) in die Berufsausbildung zu stecken, auch wenn die in der Berufsausbildung erlernten Qualifikationen zu einer innerbetrieblichen Beweglichkeit der Beschäftigten beitragen, d.h. nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung können sie ihre Berufskenntnisse auch in anderen Betrieben als dem des Ausbildungsbetriebes einsetzen.

Frankreich ist ein Beispiel für Länder mit einem statistischen Staat. Für die Berufsausbildung sind vor allem das zuständige Landesministerium und die Bundesländer zuständig. Diese haben Regulierungsstellen eingerichtet und agieren als beratende Ansprechpartner für den öffentlichen Sektor in Berufsbildungsfragen. In Frankreich wird die Berufsausbildung hauptsächlich von öffentlichen Berufsfachschulen und Fachhochschulen angeboten.

Auch in Frankreich gibt es eine Form der doppelten Berufsausbildung. Rund jeder vierte Lehrling soll dem System zugeordnet werden. Am Ende der Ausbildung steht ein Zeugnis, das den Absolventen die fachliche Eignung für ein vergleichsweise breites Tätigkeitsfeld - z.B. Gesundheit oder Handel - nachweist. Die Berufsexamina können in England und Wales nicht nur von Praktikanten, sondern von jedermann abzulegen.

Dabei ist es unerheblich, wie und wann das untersuchte Fachwissen erlangt wurde. Einige von ihnen bilden nicht nur innerbetrieblich, sondern auch extern in Fortbildungszentren aus. Nach dem Bestehen der Prüfungen erworbene Zertifizierungen werden von verschiedenen Zertifizierungsstellen ausgestellt und sind daher nicht bundesweit gleich. Ersteres bietet eine Berufsvorbereitung auf eine Berufsausbildung oder eine Berufstätigkeit, letzteres führt - je nach Fachrichtung - in bis zu zwei Jahren zu Berufsabschlüssen im gewerblichen, sozial- oder informationstechnischen Sektor.

Die NVQs (National Vocational Qualifications) werden zunehmend praxisnah durchgeführt und die Trainees erhalten eine duale Ausbildung in Unternehmen und Landesprogrammen. So wird in England und Wales angestrebt, eine unternehmensübergreifende Qualifizierung von Fachwissen zu erlangen, ohne den Ausbildungsgang zu sehr formell gestalten zu wollen.

Die japanischen Ausbildungssysteme entsprechen dem segmentalistischen Weltbild. Der Staat bietet ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten. Berufskenntnisse in theoretischer Unterrichtsform werden an den technischen Mittelschulen erlernt. Allerdings ist die schulische Bildung an Hochschulen und allgemeinbildenden Schulen weit verbreitet. Die Berufsschüler innen und -schüler sind für eine große Zahl von Berufsschülern die Alternativen zur Hochschulbildung, die sie nicht aufnehmen konnten (z.B. wegen mangelnder Schulabschlüsse).

Einen zweiten Ausbildungsabschnitt, der nicht konsequent mit dem Staatssystem verknüpft ist, bieten die Unternehmen an. Berufsbildende Schulen, Lehrkräfte, Lehrmittel und die zugehörige Ausstattung werden Unternehmen und Lehrlingen unentgeltlich zur Verfuegung gestellt. 2. Das betrifft sowohl die Theorieausbildung im Rahmen des Systems der doppelten Schulbildung als auch die schulische Weiterbildung.

In den Betrieben werden im Rahmen des Systems die Aufwendungen für die praktische Berufsausbildung in den eigenen und fremden Einrichtungen, die Personalaufwendungen (einschließlich Auswahl der Bewerber und Ausbildungsvergütungen) sowie die Erfüllung der zentralen Vorgaben für die Lehrinhalte übernommen. Sie sollen die bundesweite Vergleichbarkeit der in der Berufsausbildung gewonnenen Erkenntnisse und Fertigkeiten und damit die Erfüllung von Qualitätsnormen gewährleisten.

Berufsbildungswissenschaftler Martin Baethge betrachtet das Kollektivsystem der Berufsausbildung als vom Berufsgrundsatz gekennzeichnet. Die Trainees werden früh in einem bestimmten Anforderungsprofil geschult und haben sich auf diesen Bereich spezialisiert. Ebenso wird durch die bundeseinheitliche bundesweite Anerkennung der Berufsausbildung den Lehrlingen überbetriebliches Wissen vermittelt, so dass nach Abschluss der Ausbildung die berufliche Nachwuchsförderung in den Betrieben weitgehend ungehindert möglich ist.

Doppelte Berufsausbildung - eine gemeinsame Zukunftsperspektive? Der rasche Anstieg der Jugenderwerbslosenquote in einigen Ländern Europas innerhalb kürzester Zeit ist der Grund, warum die betreffenden Länder zunehmend nach Modellen zur Verhinderung und Beseitigung der Jugenderwerbslosigkeit nachfragen. Aufgrund der besonders geringen Jugenderwerbslosenquote wird Deutschland eine Vorbildfunktion zugeschrieben, die sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene der Dominanz der doppelten Berufsausbildung zugeschrieben wird.

In Deutschland ist das Berufsbildungssystem seit langem ein traditionelles Ausbildungssystem, daher ist es fragwürdig, ob und wie es in anderen Ländern umgesetzt werden kann. Den Ausbildungsbetrieben wird ein hoher Stellenwert der doppelten Berufsausbildung beigemessen, auf deren Grundlage sie nicht nur wesentlich zu den Bildungskosten beitragen, sondern auch bereit sind, strukturierte Bildungsinhalte zu vermitteln.

Das bedeutet aber auch, dass Absolventen nach erfolgreichem Abschluss ihrer Berufsausbildung den Unternehmenswandel vollziehen. Auch die Öffentliche Verwaltung ist beteiligt, vor allem die Länder, die den Großteil der theoretischen Ausbildungskosten in den berufsbildenden Schulen aufbringen. Der Aufbau und die Würdigung dieser Kollektivstruktur ist eine der grössten Aufgaben für die Länder, die eine doppelte Berufsausbildung anstreben.

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB, weist auch auf die Kernpunkte der doppelten Berufsausbildung hin: "Die doppelte Berufsausbildung ist in Deutschland sehr gut, weil es deutschlandweit einheitlich geregelt ist. Charakteristisch für das bundesdeutsche Wirtschaftssystem ist die intensive Abstimmung zwischen Politik und Industrie sowie die vertrauensvollen Beziehungen zwischen den Sozialpartnern: Denn Unternehmer und Gewerkschaft wollen qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und den Wirtschaftsstandort Deutschland festigen.

Die meisten Schulungen werden hier von den Firmen finanziert. Das Exportieren deutscher dualer Ausbildungsstrukturen in Gruppen mit Niederlassungen im europäischen Raum ist relativ leicht. Einige große Gruppen in Deutschland haben in Portugal seit rund 20 Jahren junge Menschen im Rahmen des Dualen Systems ausgebildet. Diese haben die Eigeninitiative übernommen und die Industrie und Handelskammer Portugals mit Erfolg um mehr praktische Schulungen gebeten.

Möglich ist dies jedoch nur, wenn in den betroffenen Staaten geeignete Rechtsvorschriften und Ausbildungsvorschriften verabschiedet und landesweit durchgesetzt werden. Deutschland, Spanien, Griechenland, Portugal, Italien, die Slowakei und Lettland haben im Dez. 2012 unter Teilnahme der EU-Komission eine Vereinbarung unterschrieben, die auch vom Centre européen pour le développement de la formation professionnelle in Griechenland (CEDEFOP), einer in Griechenland ansässigen Einrichtung zur Unterstützung der Weiterentwicklung der europäischen Berufsausbildungspolitik, mitfinanziert wird.

Angestrebt wird die Schaffung eines Berufsbildungssystems nach dem deutschen Modell, damit bis 2020 80 % aller Jugendlichen in der EU einen Arbeitsplatz haben. Auch die teilnehmenden Staaten wollen die Auslandsmobilität der Jugendlichen im Zuge eines regen Austausches erhöhen: In Deutschland sollen die Jugendlichen und Jugendlichen aus anderen europÃ?ischen LÃ?ndern intensiver ausbildet werden.

Deutschland hat weitere Abkommen über eine Kooperation in der Berufsausbildung mit Italien und Spanien abgeschlossen. Das BIBB, das seit vielen Jahren den Wissenschaftsaustausch zum Themenkomplex Berufliche Aus- und Weiterbildung verstärkt und fördert, agiert als Koordinierungsstelle. Gastwissenschaftler aus aller Herren Länder sind regelmäßige Gäste des Bundesinstituts für Berufsbildung. Mit dabei.

Mit dem BIBB kooperieren neben den Mitgliedstaaten der EU auch China, Indien, Russland, Südafrika und die Türkei im Wege einer Kooperation. Die Teilnehmer/innen erfahren im Zuge des grenzüberschreitenden Austausches von einander und untersuchen, in welchem Umfang Bestandteile der (dualen) Berufsausbildung in das eigene Berufsausbildungssystem einfließen. Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland lag im Jänner 2014 bei 7,6%.

In der EU schwankt der Prozentsatz der Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahren im Verhältnis zur gesamten Erwerbsbevölkerung in dieser Altersgruppe sehr. Am stärksten war die Quote für Spanien (54,6%) und Griechenland (59,0%). Eine Übersicht über die Jugendarbeitslosigkeit in den Mitgliedstaaten der EU finden Sie in der nebenstehenden Grafik.

Im Jahr 2012 hat die global tätige Managementberatung McKinsey eine Untersuchung durchgeführt, in der Jugendliche gefragt wurden, warum sie keine Berufsausbildung absolviert haben ("Warum haben Sie sich nicht für eine postsekundäre Berufsausbildung eingeschrieben? ?). Wie McKinsey feststellte, waren in den Untersuchungsfällen die Aufwendungen für die Ablehnung der Weiterbildung entscheidend.

Auch in den USA, Brasilien und Mexiko sagten die Teilnehmer, sie müssen arbeiten, anstatt in das Bildungswesen zu investieren. 2. Umfrageteilnehmer aus der Türkei und Indien erklärten oft, dass es sich nicht lohne, in Weiterbildung zu investieren, weil die Rendite zu niedrig sei. Aus Saudi-Arabien, Großbritannien und Marokko gab die Mehrheit der Teilnehmer an, dass sie einfach zu wenig an Weiterbildung interessiert seien.

Jeder Vierte der untersuchten Deutschen hat angegeben, dass es nicht genügend Lehrstellen gibt oder dass diese entweder nicht in der Nähe des Wohnortes oder in dem angestrebten Beruf/Ausbildungsgang nicht zu erreichen sind. Auch bei der McKinsey-Studie zeigte sich, dass die Berufsausbildung in Deutschland von besonderem Nutzen ist.

Die Mehrheit der Teilnehmer aus allen Nationen gab an, dass die wissenschaftliche Berufsausbildung in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert hat als die Berufsausbildung. Die Bundesbevölkerung ist damit diejenige der neun untersuchten Personengruppen[1], die Berufsausbildung und (technische) Hochschulbildung als äquivalent einstufen. Zur wirksamen Bekämpfung der hohen Jugenderwerbslosigkeit in einigen EU-Mitgliedstaaten und um Jugendliche und junge Erwachsene am Erwerbsleben teilhaben zu lassen, wurde ein europäisches Aktionsprogramm zum Schutz und zur Verringerung der Jugenderwerbslosigkeit entwickelt: die Jugenderwerbslosigkeit.

Nach den Vorschlägen der Europäischen Union sollten die Mitgliedsstaaten dafür sorgen, dass den Jugendlichen innerhalb von vier Wochen nach dem Arbeitsplatzverlust oder dem Schulabschluss eine qualitativ hochstehende Beschäftigung, Weiterbildung, Berufsausbildung oder ein Praktikum geboten wird. Aus dem Europäischen Fonds werden 6 Mrd. EUR zur Programmfinanzierung bereitgestellt, aber auch die EU-Mitgliedsstaaten müssen ihre eigenen Finanzmittel einsetzen, um das ehrgeizige Programmziel zu verwirklichen.

Der Umsetzungsplan für die Jugendhilfe in Deutschland wurde im Frühjahr 2014 beschlossen. Seitdem in Deutschland eine sehr niedrige Jugendarbeitslosigkeit herrscht und relativ viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, betrachtet die Regierung die mit der Jugendsicherung verfolgten Hauptziele als bereits erfüllend.

Wie in anderen EU-Staaten nimmt die Jugenderwerbslosigkeit nicht rapide zu. Der Schwerpunkt liegt dabei auf jungen Menschen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren, die noch keinen berufsqualifizierenden Abschluss haben. In vielen Staaten Europas ist die Jugenderwerbslosigkeit infolge der Wirtschaftskrise drastisch angestiegen.

Die Jugendlichen, von denen viele gut erzogen sind, dürfen von Europa nicht im Stich gelassen werden. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen muss daher eine der Prioritäten der Europapolitik sein. Bei der Durchführung der beschlossenen Europagarantie für die Jugend wird Deutschland mit gutem Beispiel voran gehen. Für eine gelungene Durchführung in allen Mitgliedsstaaten ist eine ausreichende finanzielle Unterstützung erforderlich, damit die notwendigen Einrichtungen in den am meisten gefährdeten Staaten aufgebaut werden können.

Der Bund wird sich für verifizierbare Zielvorgaben zur Verhinderung der Jugenderwerbslosigkeit im Europasemester aussprechen. Die einzelstaatlichen Regierungen und das Europaparlament sollten ihren Teil dazu beitragen. Ein Überblick über die in den EU-Mitgliedstaaten und Kroatien gestarteten Projekte wurde von der EUKommission im Jahr 2012 publiziert und kann im Internet nachgelesen werden.

Die abgeschlossene Berufsausbildung hat einen positiven Einfluss auf den Berufseinstieg. Im Jahr 2013 hat das Europäische Zentrum für Berufsbildung (CEDEFOP) die Wichtigkeit der beruflichen Bildung auf dem europäischen Markt untersucht. Forscher des ZEDEFOP haben festgestellt, dass Menschen mit einem mittlerem beruflichen Bildungsabschluss rascher eine Arbeit gefunden haben als Menschen mit einem mittlerem allgemeinen Bildungsabschluss.

Zudem konnten die Absolventen, die eine praxisnahe Berufsausbildung z.B. in Unternehmen abgeschlossen haben, ihren ersten Job rascher aufnehmen als die Absolventen einer schulischen Berufsausbildung: Erstere konnten den Wechsel um 14% vorantreiben. Ähnlich war die Wahrscheinlichkeit, dass alle Absolventen eine Vollzeitbeschäftigung direkt aufnehmen, höher als diejenigen, die keine Berufsausbildung haben.

Berufseinsteiger kommen in den meisten Fällen rascher ins Berufsleben als Absolventen mit allgemeinem Bildungsabschluss. In Zypern, Island, Irland und dem Vereinigten Kýnigreich ist das Szenario umgekehrt: Menschen ohne Berufsausbildung machen den ýbergang rascher. In allen befragten Staaten nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbsarbeit mit abgeschlossener Berufsausbildung (allgemein und beruflich) zu.

Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen sind in jenen Staaten am grössten, in denen die Berufsausbildung eine lange Geschichte hat (z.B. in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz). Für die grenzüberschreitende Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen die Vielfalt der Berufsbildungssysteme, der beruflichen Qualifikationen und vor allem der Bildungsinhalte ein großes Hindernis dar: Ihr Wissen wird nicht in allen Staaten gleichermaßen gewürdigt.

Auch die Bemühungen, die berufliche Qualifikation wenigstens in Europa vergleichbar zu machen, haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Richtlinie legt die Zulassung der Berufsausübung von Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU, des EWR oder der Schweiz fest. Allerdings nur für die so genannten regulierten Berufsgruppen, d.h. für die eine gewisse berufliche Qualifikation vorgeschrieben ist (z.B. Gesundheitspersonal und Krankenschwestern, Lehrer, aber auch genehmigungspflichtige Meisterberufe).

Allerdings zählen nicht alle Ausbildungsberufe, die in Deutschland im Rahmen des dualen Systems erlernt werden, zu den geregelten Ausbildungsberufen. In sieben Berufsgruppen (Ärzte, Tierärzte, Zahnärzte, Geburtshelfer, Apotheker, Krankenschwestern und Architekten) ist es möglich, die Bildungsstandards in ganz Europa so weit zu standardisieren, dass eine automatisierte berufliche Anerkennung möglich ist.

Bei anderen regulierten Berufsgruppen muss zunächst untersucht werden, inwieweit die Äquivalenz in dem jeweiligen Land hergestellt werden kann. Außerdem gibt es die Moeglichkeit, Berufsabschluesse anzuerkennen. Deutschland hat wie alle EU-Mitgliedstaaten ein zentrales Informationszentrum für die Anerkennung von Berufsabschlüssen geschaffen, die ZAB. Die ZAB erteilt auf Anfrage neben allgemeinen Angaben zur Anerkennung regulierter Berufsgruppen auch Äquivalenzmeldungen für nicht regulierte Berufsgruppen.

Ziel ist es, die Nutzung des im Ausland gewonnenen Fachwissens auf dem heimischen Markt zu erleichtern. Dabei werden die Berufsabschlüsse mit einem Referenzbereich, d.h. demjenigen, der den gewonnenen Erkenntnissen am nächsten kommt, abgeglichen und die Äquivalenz des Berufsbildes bzw. der Teilabschlüsse nachgewiesen. Eine Gleichwertigkeitserklärung für nicht reglementierte Berufsgruppen ist gesetzlich nicht erforderlich.

Für die Anrechnung der geregelten Berufsgruppen sind in jedem Land kompetente Anerkennungsbehörden geschaffen worden, in Deutschland zum Beispiel die Handwerkskammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Ärzte- und Apothekerkammern) und die Bezirksregierung. Anerkennungen werden von den Behörden überprüft, von denen einige mit Österreich und Frankreich Vereinbarungen für gewisse Berufsgruppen getroffen haben, die die berufliche Zulassung ermöglichen.

Allerdings sind die einzelstaatlichen Vorschriften in Europa sehr verschieden. So ist die Erkennung der meisten Berufe in den einzelnen Staaten verschieden reguliert und die Vereinigung ist noch weit entfernt. Zur Stärkung dieser Qualifikationsmobilität wurde der European Qualifications Framework (EQR) erarbeitet. Es ist ein Meta-Rahmen für die National Qualifications Frameworks der einzelnen Staaten, in Deutschland unter dem Namen German Qualifications Framework for Lifelong Learning (DQR).

Die in Deutschland gültigen formalen Abschlüsse wurden den jeweiligen Stufen zugewiesen, um die Zuordnung zu den im Inland erlangten Berufsabschlüssen zu erleichtern. Seit vielen Jahren wird die grenzüberschreitende berufliche Weiterbildung von Praktikanten und Mitarbeitern in der gesamten EU durchgesetzt. Je nach Studiengang können sie für drei bis sechs Monaten ein Praktikum in Firmen im europäischen Ausland machen.

Daher steigt die internationale Ausrichtung der beruflichen Bildung nicht nur formell durch eine EU-weite Anpassung der Rahmenpläne, sondern auch auf der individuellen Stufe. Ein zunehmendes Auslandsaufenthalt während der Berufsausbildung ist bei den Praktikanten zu beobachten. Baethge, Martin (1996): Berufsgrundsatz und Doppelausbildung: Vom Erfolgsgarant zum Bremsen? Aus Bielefeld, S. 109-124 Bosch, Gerhard; Krone, Sirikit; Langer; Dirk (Hrsg.) (2010): Das Berufsausbildungssystem in Deutschland.

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