Auszubildende 2017

Azubis 2017

In der Statistik wird die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk in Deutschland zwischen 2006 und 2017 ausgewiesen. Bertelsmann Stiftung - Auszubildendenstudie 2017 - Werdegang Die Zahl der Ausbildungsbetriebe in Deutschland sinkt, obwohl die Beschäftigung in Deutschland zunimmt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass weniger Schulabgänger und zugleich mehr Schüler ihr Hochschulstudium anstreben. Der Mittelstand gilt als das Herzstück der Berufsausbildung in Deutschland. Egal ob in der Bäckerei, beim Monteur, Automechaniker oder Uhrenhersteller - 70 Prozent aller Lehrlinge werden in Unternehmen mit sechs oder höchstens 500 Beschäftigten ausgebildet.

Während die Anzahl der Erwerbsbevölkerung jedoch kontinuierlich zunimmt und mit über 44 Mio. einen Rekordwert erreicht, werden in Deutschland immer weniger Unternehmen ausgebildet. Danach hat sich die Ausbildungs- und Arbeitsentwicklung in Deutschland "entkoppelt". Deutlich sind die von den Forschern am vergangenen Freitag vorgelegten Zahlen: Zwischen 1999 und 2015 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter um gut zwölf Prozentpunkte gestiegen.

Allerdings ging die Anzahl der Lehrlinge im selben Zeitabschnitt um 6,7 Prozentpunkte zurück, insbesondere seit der Finanzmarktkrise 2008/2009. 1999 waren es noch exakt 6,1 Lehrlinge pro 100 Mitarbeiter, 2015 waren es nur noch 5,1 pro 100 Mitarbeiter. Nach der Studie gehen Bildung und Arbeit über alle Unternehmensgrößen auseinander.

Bei Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Arbeitnehmern ging die Mitarbeiterzahl zwischen 1999 und 2015 leicht um 3,2 Prozentpunkte zurück. Allerdings ging die Anzahl der Praktikanten im selben Zeitabschnitt um ein Drittel zurück. Über die Haelfte dieser Unternehmen sind in den Bereichen Handwerk, Finanzen und Versicherungen taetig. Im Jahr 2008 schlossen rund 225.000 Jugendliche ihre Berufsausbildung in Kleinstunternehmen ab, bis 2015 waren es gut 75.000.

Nur Unternehmen mit 50 bis 249 Angestellten haben mehr Auszubildende. Aber auch die Anzahl der Mitarbeiter stieg im Berichtszeitraum mehr. Große Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten bieten die geringste Ausbildung im Vergleich zu ihrer Anzahl von Angestellten. Weil sie genug Geldmittel, Mitarbeiter und Know-how haben, um sich weiterzubilden.

Immer wieder erwähnen der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelskammern und der Hauptverband des Handwerks: Die Anzahl der Absolventen ist in den letzten zehn Jahren stark gesunken. Zugleich wollen mehr Jugendliche als bisher lernen. Demnach beschränkten der Bevölkerungswandel und die gestiegene Studienbereitschaft der Jugendlichen die Anzahl der Studienbewerber und die Auswahl der Unternehmen.

Die Studie stellt fest: "Im Jahr 2016 konnten mehr als 40.000 Lehrstellen von den Unternehmen nicht vergeben werden - mehr als das Doppelte gegenüber 2010, obwohl zugleich rund 80.000 Studienbewerber ohne Lehrstelle waren. Besonders bei Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss, die in kleinen und sehr kleinen Unternehmen eher häufig ausbilden.

"Es ist nicht möglich, dass die Jugendlichen ohne Berufsabschluss ihr eigenes Berufsleben beginnen. Werden in der derzeitigen wirtschaftlich und beschäftigungspolitisch günstigen Situation keine jungen Menschen mehr ausgebildet, ist der Mangel an Fachkräften hausgemacht", so Dräger. Deshalb plädiert die Bertelsmann Stiftung dafür, die staatlichen Förderprogramme wie z.B. die geförderte Trainerausbildung auszuweiten, damit benachteiligten Jugendlichen mehr Möglichkeiten geboten werden.

Die Firmen können dann bundesweit nach geeigneten Mitarbeitern Ausschau halten. Gleichzeitig berücksichtigt die Förderstiftung die Betriebe: Viele Ausbildungsstellen sind vor allem im Lebensmittelhandel und in der Hotellerie nicht besetzt, und die Anzahl der Auszubildenden ist besonders hoch. Im Wettbewerb um immer weniger Bewerber wird es unvermeidlich sein, die allgemeinen Bedingungen wie Arbeitszeiten, Entlohnung oder Karrieremöglichkeiten weiter zu optimieren, um die freien Plätze wieder aufzufüllen.

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