Ausbildungsplätze mit Mittlerer Reife

Lehrlingsausbildung mit mittlerem Schulabschluss

In Konstanz und im Landkreis Konstanz finden Sie leicht Lehrstellen und Ausbildungsplätze. Das DGB-Studium - "Hauptschulabschluss und Abitur als führende Währung auf dem Ausbildungsmarkt" (Archiv) Nahezu zwei von drei Ausbildungsstellen sind für junge Menschen mit Hauptschulabschluss von Anfang an geschlossen. Dies beweist eine Untersuchung des DGB. Im DLF rief Studienautor Matthias Anbuhl die Unternehmer dazu auf, die Betriebe wieder stärker für diese jungen Menschen zu erschließen. Jeweils hier findet ihr euren Trainingsplatz.

Doch viele junge Menschen kommen hier nicht so leicht zu ihrem Traumjob, vor allem wenn sie nicht den passenden Abiturienten haben.

In vielen Betrieben ist ein Sekundarschulabschluss als Mindestanforderung für die Berufsausbildung erforderlich. Junge Menschen mit Hauptschulabschluss haben hier eine schlimme Hand. Das ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Mathias Anbuhl ist Leiter der Abteilung für Schulpolitik beim DGB und Verfasser der Untersuchung, und ich habe mit ihm vor der Übertragung telefonisch gesprochen und ihn nach den Studienergebnissen befragt.

Mathias Anbuhl: Wir haben uns die überregionale Ausbildungsbörse der Industrie- und Handelskammern angesehen und 44.000 Lehrstellenangebote gesehen. Das Resultat ist aus unserer Perspektive sehr bemerkenswert: Knapp zwei von drei Ausbildungsstellen sind von Anfang an für Jugendliche mit Hauptschulabschluss gesperrt. Das ist für uns in der Tat ein sehr auffälliges Resultat, denn die Betriebe beklagen sich oft über offene Ausbildungsplätze, über den Mangel an Fachkräften und bieten auf der anderen Seite nicht einmal jungen Menschen mit Hauptschulabschluss die Möglichkeit zu einem Vorstellungsgespräch.

Auffallend ist für uns vor allem, dass gerade das Hotel- und Gaststättengewerbe, das sich seit Jahren über offene Ausbildungsplätze beklagt, bei der Wahl seiner Auszubildenden immer noch den Hauptschulabschluss auslässt. Wenn man sich zum Beispiel die Hotelspezialisten ansieht, sind das die Jugendlichen, die Räume machen, Drinks und dergleichen, 60 % der Ausbildungsplätze für die Jugendlichen mit Hauptschulabschluss sind ebenfalls von Anfang an geschlossen, obwohl dies Aktivitäten sind, die Sekundarschüler sehr, sehr gut machen können.

Selbst bei den Oberkellnern sind 40 % der Ausbildungsplätze noch frei - nicht für Abiturienten. Wir sind der Meinung, dass sich Unternehmen in den vergangenen Jahren an eine gute Auswahl gewöhnen. Damit sind der Hauptschulabschluss und das A-Level die zentrale Währung auf dem Bildungsmarkt, und die Unternehmen konzentrieren sich zu wenig auf die Jugendlichen mit Hauptschulabschluss.

"Oft mangelt es an Ausbildungsbewusstsein in Unternehmen" Rieger: Warum ist das so? Weshalb wollen Unternehmen keine jungen Menschen mit Hauptschulabschluss? Anbuhl: Ich glaube, dass sich die Unternehmen bereits daran gewöhnen, die besten jungen Leute aufzunehmen, auch mit Abitur und Realschulabschluss. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat in einer Untersuchung die Unternehmen nach ihrem Bedarf an jungen Menschen gefragt und kam zu dem Ergebnis, dass viele Unternehmen statt eines Praktikanten einen Arbeitnehmer des jeweiligen Monat suchten.

Mit anderen Worten, ich meine, dass es in vielen Fällen auch ein mangelndes Ausbildungsbewusstsein gibt, und hier müssen wir uns dieser Gruppe wieder einmal näher bringen, denn in den kommenden Jahren wird es wegen der rückläufigen Zahl der Bewerber nur noch möglich sein, Ausbildungsplätze mit Realschulabsolventen und jungen Menschen mit Hauptschulabschluss zu belegen. Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass dies jetzt als Rechtfertigung für das Auswahlverfahren der Unternehmen dienen kann.

Im Jahr 2014 hatten wir zwar 37.000 offene Stellen, aber 260.000 Jugendlichen, die den Wechsel von der Schul- in die Berufsausbildung vollzogen haben, erhielten keine betriebliche Auszubildendenstelle. Deshalb können wir uns nicht damit begnügen, dass wir nur wenige Hauptschulabgänger haben, sondern es gibt genügend Schüler innen und Schüler, die eine Lehre machen wollen, die eine Lehre machen können, aber keinen Arbeitsplatz haben.

"Unternehmen müssen sich mehr für Abiturienten öffnen" Rieger: Aber wie kann das sein? Denken die Unternehmen nicht einmal an ihren eigenen Mangel an Fachkräften? Anbuhl: Ich denke, dass der Mangel an Fachkräften derzeit zwar etwas beanstandet wird, aber noch nicht so gut bei den Unternehmen ankommt. Hier wird der Unternehmensdruck sicher noch zunehmen.

Allerdings sehen wir schon jetzt, wie eine weitere Untersuchung des BIBB zeigt, dass die Ausbildungsbetriebe mit ihnen durchaus einverstanden sind. Hier wurden die Firmenbefragungen durchgeführt - sie sind im Grunde nicht schlimmer als junge Menschen mit Hauptschulabschluss in der Berufsausbildung. Aber es ist an der Zeit, dass sich mehr Firmen für diese jungen Leute aufmachen.

"Wie kann man diese Unternehmen davon überzeugen, sich um ihre Schüler zu kümmern? Anbuhl: Ich glaube, dass die Unternehmen - es sind oft Klein- und Kleinstbetriebe - vielleicht mehr Hilfe bei der Schulung bräuchten. Im Bündnis für Bildung und Erziehung, das die Regierung zusammen mit den Sozialpartnern abgeschlossen hat, haben wir soeben gesagt, dass wir die Förderangebote verstärken wollen, d.h. die Begleitung der Berufsausbildung, d.h. die Förderung junger Menschen ist für die Unternehmen eine Erleichterung.

Wir haben das Förderinstrument mit deutschlandweit über 10000 Ausbildungsplätzen erstmals vorgestellt. Grundsätzlich werden Betriebe und Jugendliche von einer Förderorganisation unterstützt, die Betriebe bei der Selektion von jungen Menschen unterstützt, aber auch bei der Organisation der innerbetrieblichen Berufsausbildung, die auch jungen Menschen bei auftretenden Problemen und Unterstützungsbedarf behilflich ist und auch bei Konflikten zwischen Betrieb und Jugend vor Ort mildert und vermittelt.

Ich halte solche Maßnahmen für notwendig, um sicherzustellen, dass sich auch Unternehmen verstärkt in die Berufsausbildung von Schülern der Sekundarstufe I einbringen. Ich habe mit ihm über die Möglichkeiten für Jugendliche mit Hauptschulabschluss auf dem Bildungsmarkt geredet.

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