Ausbildung für Ausländer

Training für Ausländer

Wer jedoch eine Ausbildung in Deutschland als Ausländer absolvieren möchte, sollte dies unbedingt beachten. Staatsangehörige der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EU-Bürger), der anderen Mitgliedsstaaten des EWR (Island, Norwegen und Liechtenstein) und der Schweiz. Welche Aufenthaltsberechtigung gibt es für eine qualifizierte Ausbildung? Inwieweit eine betriebliche Aus- und Weiterbildung zulässig ist ( 17 AufenthG), hängt von der Aufenthaltsberechtigung des Betreffenden ab und ergibt sich aus der ihm von der Fremdenpolizei ausgehändigten Ermächtigung. Staatsangehörige der genannten Länder geniessen die Bewegungsfreiheit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, die sie auch ohne Einschränkung zur Teilnahme an einer Ausbildung ermächtigt.

In der Schweiz erhält man eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre, die verlängert werden kann. Familienangehörige von Schweizerinnen und Schweizern bekommen eine deklarative Aufenthaltsbewilligung. Drittstaatenangehörige dürfen eine berufliche Ausbildung - die im Prinzip als Erwerbsarbeit angesehen wird - nur dann durchlaufen, wenn sie durch ihre Aufenthaltsgenehmigung dazu ermächtigt sind. Dieser Anspruch ergibt sich aus einer expliziten Genehmigung der Fremdenpolizei (als Zusatzbestimmung zum Aufenthaltstitel) oder ergibt sich direkt aus dem Recht aufgrund der Ausländerrechtsform.

Befindet sich die betreffende Person noch im Auslande, muss sie in der Regel ein Einreisevisum für die Ausbildung und den späteren Auslandsaufenthalt vorlegen. Die Genehmigung zur Ausbildung wird als Zusatzbestimmung in das Visa eintragen. Die Aufenthaltsgenehmigung gemäß 17 des Aufenthaltsgesetzes muss nach der Einreise fristgemäß während der Geltungsdauer des Aufenthaltstitels bei der zuständigen Einwanderungsbehörde beantragt werden.

Staatsbürger aus Australien, Israel, Japan, Kanada, der Südkoreanischen und Neuseeländischen Föderation und den USA können ohne Visum in das Land eingereist sein und innerhalb von drei Monate nach der Ankunft die für den Beginn der Ausbildung notwendige Aufenthaltsgenehmigung einholen. Hat der Ausländer bereits eine Aufenthaltsgenehmigung für einen anderen Zweck, z.B. für einen vorübergehenden Aufenthaltsaufenthalt, kann die Fremdenpolizei auch den Abschluss einer beruflichen Ausbildung ohne Änderung des Aufenthaltszwecks zulassen.

Die Bewilligung zur beruflichen Bildung als Nebenleistung enthält in den vorgenannten Ausnahmefällen regelmässig auch Einschränkungen, z.B. im Hinblick auf den Ausbildungsberuf und den Ausbilderbetrieb. Dies ist z.B. dann zu berücksichtigen, wenn der Ausländer den angegebenen Lehrbetrieb ändern möchte; in diesem Falle ist eine vorhergehende Genehmigung und Ergänzung der Nebenbestimmungen durch die Fremdenpolizei vonnöten.

Im Falle bestimmter Aufenthaltsgenehmigungen hat der Antragsteller bereits einen gesetzlichen Anspruch auf Vollbeschäftigung, der eine berufliche Ausbildung einschließt. Das betrifft zum Beispiel die türkischen Staatsangehörigen, die im Besitze einer erklärenden Aufenthaltsgenehmigung nach 4 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes sind oder die als asylberechtigt erkannt wurden oder denen der Flüchtlingsstatus oder der subsidiäre Status gewährt wurde und die somit im Besitze einer Aufenthaltsgenehmigung nach § 25 Abs. 1 oder Abs. 2 des Aufenthaltsgesetzes sind.

Gleiches trifft auf die Inhaberin oder den Inhabern einer Aufenthaltsgenehmigung zur Familienzusammenführung gemäß §§ 28 bis 36 des Aufenthaltsgesetzes zu. Mit der Niederlassungs- und Niederlassungsbewilligung wird dem Antragsteller auch eine unbegrenzte Beschäftigung und damit eine uneingeschränkte berufliche Ausbildung als unbegrenzte Aufenthaltsbewilligung ermöglicht. Nur nach einer gewissen Wartezeit kann die zuständige Behörde den Abschluss einer Ausbildung zulassen.

Eine Aufenthaltsgenehmigung nach Beendigung einer abgeschlossenen Ausbildung in einem staatlichen oder vergleichbaren reglementierten Beruf (oder einem Hochschulabschluss) zur Aufnahme einer ihrer Berufsqualifikation angemessenen Tätigkeit ist explizit vorzusehen. Für weitere Informationen zum Verfahren und für bindende Informationen im Einzelfall kontaktieren Sie die für Sie zuständige Einwanderungsbehörde oder eine der deutschen Auslandsvertretungen (Botschaft oder Generalkonsulat).

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