Ausbildung 2016 Berlin

Fortbildung 2016 Berlin

Hohe Arbeitsbelastung: Nirgendwo sonst fallen so viele Auszubildende aus wie in Berlin. Geschäftsjahr 2015/16 Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze: 545.000 (Stand: September 2017). Haben Sie Fragen zu Ausbildung, Unternehmensgründung, Recht, Steuern oder Wirtschaftspolitik? Gerne helfen wir Ihnen!

im Rahmen des Berliner Ausbildungsplatzprogramms 2015. Absicht der "Ausbildung junger Erwachsener (AjE)". Die Schulgebühren werden vom Land Berlin übernommen.

Jugendberlin

Mehrarbeit, Aktivitäten außerhalb der Ausbildung und große Belastung durch Zeit- und Termindruck, mangelnde Arbeitszeit und mangelnde Arbeitssicherheit - unser 11. Ausbildungsbericht beweist einmal mehr, dass die Ausbildungsverhältnisse in Berlin und Brandenburg beileibe nicht so gut sind, wie es Arbeitgeber und Handwerkskammern vermuten lassen. Für einen erfolgreichen Eintritt in den Beruf und damit für die Partizipation in Gesellschaft und Gesellschaft ist der Eintritt in die doppelte Berufsbildung, aber auch die Qualität der doppelten Berufsbildung selbst ausschlaggebend.

Bildungsmarkt Berlin-BrandenburgDer Bildungsmarkt Berlin-Brandenburg befindet sich in einer gegensätzlichen Situation mit verschiedenen Randbedingungen, die verschiedene Vorgehensweisen verlangen. Es gibt noch viel zu wenig Lehrstellen in Berlin und die Beteiligung der Unternehmen an der Ausbildung ist auf einem alarmierend geringen Stand. In Berlin wächst die Zahl der Arbeitsplätze. Das spiegelt sich im Bildungsmarkt nicht wieder.

Im Mittelpunkt des neuen Senats von Berlin stehen die Zahl der verfügbaren Ausbildungsstellen und die Gesamtbeteiligung an der Ausbildung. Mit der Einrichtung von Jugendarbeitsagenturen und der Einrichtung einer Ausbildungsplatzabgabe, zunächst im Altenpflegebereich, sind die ersten Ansätze in die richtigen Bahnen gelenkt worden. Andererseits gibt es in Brandenburg eine andere Situation:

Noch zu besetzende Ausbildungsstellen. Eine Verallgemeinerung dieser Behauptung für ganz Brandenburg ist jedoch nicht möglich. Besonders gut ausgebildete Schulabgängerinnen und Schulabgänger schließen in Brandenburg keine Ausbildung ab. Gerade die Jugendlichen aus dem Berliner Speckstreifen kommen in der Regel zur Ausbildung nach Berlin, was die Situation auf dem Berliner Bildungsmarkt nicht gerade erleichtert.

Auf der anderen Seite schlägt sich eine generelle strukturelle Schwäche in der brandenburgischen Peripherie (z.B. in der Uckermark) auch auf den Bildungsmarkt nieder. Vielmehr sind gute Voraussetzungen und gute Qualitäten für die Anziehungskraft der Ausbildung wichtig. Auch auf dem Bildungsmarkt müssen wir uns weiter für eine Zweiklassengesellschaft einsetzen. Die Jugendlichen mit niedrigem oder mittlerem Schulabschluss, die jungen Damen und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte sind auf dem Bildungsmarkt überproportional stark betroffen und enden überproportional in Massnahmen des sogen.

Diesen Gruppen muss mehr Aufmerksamkeit geschenkt und der Zugriff auf die duale Berufsbildung für diese Gruppen muss erleichtert werden. Die große Gesamtzufriedenheit der von uns überprüften Azubis mit ihrer Ausbildung darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es noch viele Qualitätsmängel gibt, die behoben werden müssen.

Es gibt trotz klarer rechtlicher Anforderungen oder unverkennbarer Vorschriften in den Ausbildungsverordnungen keine Industrie, in der es keine Verstöße gibt: Aktivitäten außerhalb der Ausbildung, Führen des Berichtsheftes außerhalb der Arbeitszeit, Überarbeitung des Berufsschulunterrichtes unter Verstoß gegen die Ausnahmeregelungen des Berufsbildungsgesetzes, unausgewogene Mehrarbeit, grobe Behandlung der Lehrlinge, etc..... Aufgrund des starken Schutzes der Praktikanten durch das Berufsausbildungsgesetz, das Jugendschutzgesetz und das allgemeine Arbeitsrecht ist die Überwachung der Ausbildungsvoraussetzungen und die strenge Bestrafung von Zuwiderhandlungen durch die zuständige Behörde ein ausschlaggebender Faktor.

Besorgniserregend ist aber auch die schwache Personalsituation in den für die Überwachung des Jugendschutzes verantwortlichen Stellen. Es hat sich erneut gezeigt, dass die Ausbildungsverhältnisse besser beurteilt werden, wenn Tarifverträge oder betriebliche Mitarbeit bestehen. Selbst mit zunehmender Unternehmensgröße steigt die Mitarbeiterzufriedenheit. In Anbetracht der sehr kleinen Unternehmensstruktur in beiden Ländern wird hier eine weitere Einstellschraube deutlich: Gerade kleine und sehr kleine Unternehmen brauchen eine bessere Unterstützung sowohl bei der Suche nach Lehrlingen als auch bei der Umsetzung der Ausbildung.

Spezialthema: Lasten in der AusbildungDer Ausbildungsbericht 2016 widmet sich mit seinem Fokus dem Thema der psychologischen Belastung in der Ausbildung. Zu diesem Zweck wurden weitere Fragestellungen in die Befragung einbezogen, die Aufschluss über die spezifischen Lasten geben und einen Einblick in die Gesundheitssituation der Trainees geben. Weiterhin wird die Fragestellung untersucht, inwieweit die fachliche Qualifikation und die strukturellen Randbedingungen der Ausbildung einen Einfluss auf die subjektive Wahrnehmung von Stress und die Gesundheitssituation der Azubis haben.

Das Ergebnis macht klar, dass die Auszubildenden durch Zeit- und Termindruck, unzureichende Arbeitszeit, unzureichende Arbeitssicherheit oder gar lange Reisezeiten bereits stark belasten. Erschöpfung, starke Anfälligkeit für Krankheiten und der Gedanke, aus dem Training auszusteigen, sind die Folge. Vor allem wird der Bezug zwischen mangelnder Trainingsqualität und hoher Belastung ersichtlich.

Das Ergebnis zeigt, dass eine gute Trainingsqualität und eine angemessene Arbeitsplatzgestaltung die psychischen Spannungen während des Trainings mindern kann. Dies erfordert keine Reduzierung des Ausbildungsbedarfs. Wichtig ist es, dass die Lernenden genügend Zeit und Möglichkeiten haben, sich nach Stressphasen zu erholen und so durch ganzheitliche Arbeitssicherheit und eine gut überlegte Organisation Stress zu verhindern.

Darüber hinaus zeigen die Resultate des Ausbildungsberichts seit vielen Jahren, dass es in den Bereichen Arbeitszeiten und Mehrarbeit noch erhebliches Verbesserungspotenzial gibt, dessen Einsatz dazu beiträgt, die psychische Beanspruchung der Lernenden zu verringern. Erstens sollte der Leistungs- und Zeitaufwand in der Ausbildung durch fachliche oder betriebliche Massnahmen mindert werden.

Darüber hinaus kann es erforderlich sein, auf die betrieblichen und individuellen Mittel zurückzugreifen, die es den Trainees erlauben, diese Situation zu meistern, ohne sie dauerhaft zu belasten. Dazu kann ein gutes Betriebsklima und eine lebendige Unternehmenskultur ebenso wie eine professionelle Betreuung der Trainees und deren Fähigkeiten zur Bewältigung der ihnen übertragenen Aufgabenstellungen beibringen.

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