Anforderungen an Ausbilder

Voraussetzungen für Trainer

Diejenigen, die trainieren wollen, müssen persönliche und berufliche Anforderungen erfüllen. In Zeiten absehbaren Fachkräftemangels werden im Rahmen der betrieblichen Ausbildung besondere Anforderungen an die Ausbilder gestellt. Bevor die Ausbildung beginnt: Information / Vorbereitung > Welche Anforderungen muss mein Unternehmen erfüllen? Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) bildet die Grundlage jeder Anforderung an Ausbilder.

Der neue Aufgabenbereich des Trainers stellt hohe Anforderungen an ihn.

Die neuen Anforderungen an die Trainer

Bei absehbarem Fachkräftemangel wird oft gelesen und gehört, dass die Aus- und Weiterbildung an Wichtigkeit gewinnt und die betriebliche Ausbildungsqualität für die Sicherung künftiger Spitzenkräfte von großer Wichtigkeit ist. Ziel dieses Beitrags ist es, die QualitÃ?t der Ausbilder in den Mittelpunkt zu rücken und vor dem hintergrund der sich aktuell vollziehenden Ãnderungen durch den Gesetzgeber die frage zu kÃ?mmern, ob das betriebliche Ausbilderpersonal den aktuellen Anforderungen auf der Basis einer teilÃ?

Nach dem BBiG müssen Betriebe, die in Deutschland in zwei Ausbildungsberufen ausgebildet werden, zumindest eine für die Durchführung der Berufsausbildung verantwortliche Stelle ernennen, den Ausbilder. Um der Grundidee einer für die Praktikanten vorteilhaften und hohen Ausbildungsqualität Rechnung zu tragen, stellt der Gesetzgeber gewisse Anforderungen an die personelle und berufliche Tauglichkeit dieser Menschen.

Fachliche und berufspädagogische Fähigkeiten sind ebenfalls Teil der beruflichen Begabung. Lange Zeit wurde die diesbezügliche formelle Qualifizierung als Befähigung des Trainers im Sinne der AEVO angesehen. Aufgrund der großen Wichtigkeit dieser Qualifizierung wurde sie im Lauf der Jahre von einer verhältnismäßig großen Anzahl von Menschen in Deutschland erlangt - in Studienvorbereitungskursen von Bildungseinrichtungen, an Universitäten (an unserer Hochschule zum Beispiel ist sie eine Zusatzausbildung, die im Studiengang mit Fokus auf Personalmanagement erlangt werden kann ) und natürlich im Zuge der Vorbereitung und Prüfung für Meister.

Insbesondere für Personalverantwortliche und -entwickler ist die Eignung von Trainern ein wesentlicher Qualifizierungsbaustein - bei der Weiterbildung zum Personalfachwirt ist sie Teil des Qualifizierungsprofils und damit auch eine Verpflichtung. Auch die häretische Fragestellung, ob eine Qualifizierung in der betrieblichen Praxis erforderlich ist, wurde - wenn Sie so wollen - durch das "Großversuch" des Gesetzgebers in Deutschland von 2003 bis 2009 geklärt.

Damals wurde die Ausbildungsverordnung aufgehoben in der Absicht, in der Zeit des Lehrstellenmangels weitere Ausbildungsstellen einzurichten. Damit konnten auch Unternehmen ohne solche formell ausgebildeten verantwortlichen Ausbilder eine duale Berufsausbildung aufnehmen (und können diese nach derzeitiger Gesetzeslage fortsetzen). Demnach waren die quantitativ günstigen Auswirkungen bei den zusätzlichen Ausbildungsplätzen nicht so groß wie erwartet, aber es gab nachteilige Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung in Unternehmen ohne Ausbilder.

Aufgrund der genannten Ergebnisse und bei einer wesentlich geänderten Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat der Gesetzgeber zu Beginn des Jahres 2009 die Trainer-Eignungsverordnung in neuer Fassung verabschiedet, die seit dem 1. August 2009 wieder in Kraft ist. Der Hauptausschuss des BIBB ( "http://www.bibb.de/dokumente/pdf/empfehlung_135_rahmenplan_aevo.pdf") hat kürzlich Vorschläge für die Umsetzung der neuen Instruktorenausbildung durch die Bildungsanbieter veröffentlicht.

Selbstverständlich sind alle "älteren" Ausbildereignungsprüfungen und Berechtigungen nach wie vor intakt. Allerdings erhebt sich die Frage, ob Menschen, die schon vor längerer Zeit für eine Ausbildung geeignet waren, noch über die entsprechenden Fähigkeiten für die heutigen Anforderungen verfügten. Verschiedene Gründe können dafür ursächlich sein, dass die vorhandenen Fähigkeiten nicht mehr den Anforderungen entsprechen:

Neue Anforderungen ergeben sich z.B. durch die Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen: Dazu zählen beispielsweise die Tendenz zur Modulisierung der Lehre, zur flexibleren Gestaltung der Organisationsformen (überbetriebliche Ausbildungsbausteine) und die Möglichkeiten, einen Teil der Lehre im Inland zu beenden, aber auch neue Formen der Prüfung. In einigen Fällen stellt der gesetzliche Rahmen nur eine Änderung der betrieblichen Bildungspraxis dar:

Der Ausrichtung der Schulung an den Unternehmensprozessen entsprechen die Bemühungen um noch leistungsfähigere und reibungslosere Formen der Organisation sowohl in großen Unternehmen als auch im mittelständischen Bereich. Der Wunsch nach mehr Eigenständigkeit und Initiative der Mitarbeiter spiegelt sich in einer geänderten Rollenverteilung bei der Qualifizierung des Personals wider, die sich immer mehr in die Richtung der Prozessunterstützung und Lernbegleitung ausdehnt. Auch bei den Jugendlichen, mit denen die Ausbilder zu tun haben, können geänderte Anforderungen gerechtfertigt sein.

Trainer müssen in der Lage sein, mehr als in der Vergangenheit einzelne Qualifikationsdefizite zu identifizieren, die tatsächlich für eine wirksame Schulung notwendig sind, und sie müssen in der Lage sein, diese zu unterstützen oder zu gestalten. Diagnose- und Gestaltungskompetenz zur individuellen Gestaltung der Weiterbildung sind auch im Hinblick auf Antragsteller mit Zuwanderungsgeschichte oder verschiedenen Behinderungen gefragt, die in absehbarer Zeit weniger an Auswahlprozessen "scheitern" werden, sondern für viele Unternehmen allein aufgrund des demografischen Wandels ein Potential zur Befriedigung künftiger Bedürfnisse sind.

Ist eine fachliche Kompetenz einmal erworben, kann sie aber auch durch Erweiterung des vorhandenen Wissens "überholt" werden. Dies ist in technisch-kommerziellen Bereichen eine Selbstverständlichkeit, aber interessant nicht im Ausbildungsbereich. Allerdings wurden in den vergangenen 10 bis 15 Jahren erhebliche Forschritte im lernpsychologischen Feld (Stichworte: Cognitive Neuropsychology, biological foundations of learning oder constructivist learning theory), das für die praktische Anwendung von großer Wichtigkeit ist, und im Feld der Lerntechnologien (E-Learning, Simulationen) gibt es viele hochinteressante neue Ansatzpunkte - die auch der neue Forschungsrahmenplan nicht sehr deutlich aufgreift).

Es ist jedoch auch zu beachten, dass eine einmal erlangte Qualifizierung im Einzelnen von vornherein nicht vollständig war und dass bereits erlernte Fähigkeiten unter Umständen nicht oder nicht richtig angewendet wurden. Wie zum Beispiel Erste-Hilfe-Kenntnisse wäre eine regelmäßige Aktualisierung oder Wissenssicherung bei ausbildungsrelevanten Fähigkeiten sinnvoll.

Wenn die Kompetenzen der Trainer im Betrieb nicht den heutigen Anforderungen entsprechen, können die Folgen sein: Sie können sehr schwer wiegen: Sie sind nicht in der Lage, sich selbst zu trainieren: Es kann zu einer Verschlechterung der Qualität der Ausbildung kommen, was aufgrund der Leistungsfähigkeit junger Menschen und der geringeren Loyalität zum Betrieb auf mittlere Sicht das Potential und auch die Konkurrenzfähigkeit des Betriebes gefährdet. Auch das Image der Ausbilder und Mitarbeiter des Betriebes kann sich mindern.

Lehrkräfte mit einem Defizit neigen dazu, sich selbst als belasteter, weniger effektiv und weniger respektiert und daher weniger befriedigt in ihrer Arbeit wahrzunehmen. Dies alles hat zur Folge, dass sich eine leistungsfähige HR-Abteilung in mittelständischen Unternehmen konsequent und umfassend mit den geänderten Anforderungen an die Trainer auseinandersetzen muss.

Oft genug sind Sie in der Berufspraxis als verantwortlicher Trainer selbst mit dabei.

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